Der eigentliche Startschuss zum Ausbau des Breitbandnetzes für schnelles Internet rückt näher. Nachdem die ersten neun Verteilerschächte gesetzt worden sind, sollen im April oder Mai 2019 die zwei Hauptverteilungsgebäude in Rüßwihl und Strittmatt gebaut werden. Geht alles glatt, kann die entsprechende Ausschreibung noch dieses Jahr erfolgen.

In den Verteilungsgebäuden, eine Art technische Zentralen, werden die Signale des vom Landkreis Waldshut gebauten Backbones (Ringleitung) empfangen und in die Görwihler Ortsteile weiter geleitet. Das Verteilungsgebäude in Rüßwihl wird 210 000 Euro kosten, 40 000 Euro mehr als dasjenige in Strittmatt. Rüßwihl kostet deshalb mehr, weil der Hauptort Görwihl daran hängt. Die Gemeinde Görwihl ist in neun Teilausbaugebiete unterteilt. Dies berichtete Hardy Gutmann vom Planungsbüro Gutmann im Gemeinderat am Montag.

Der nächste Schritt nach dem Bau der beiden Zentralen besteht aus dem Verlegen sämtlicher Rohrverbände – zuerst die Strecken in den Straßen, anschließend die Abgänge zu den Grundstücken. Die Eigentümer können zu dem Zeitpunkt ihre Hausanschlüsse verlegen und anschließen. Die Glasfaserkabel werden nach Einbau der Rohrverbände gesammelt, eingeblasen und verspleißt.

Der Breitbandausbau in Görwihl kommt voran. Laut Planung sollen bis spätestens 2022 auch die Verbindungen zu den einzelnen Häusern fertiggestellt sein.
Der Breitbandausbau in Görwihl kommt voran. Laut Planung sollen bis spätestens 2022 auch die Verbindungen zu den einzelnen Häusern fertiggestellt sein. | Bild: Peter Schütz

Für die Hausinstallationen sind dann die Eigentümer selber verantwortlich. Insgesamt werden rund 100 Kilometer Rohrverbände im Gemeindegebiet verlegt. Hinzu kommen rund 50 Kilometer Gräben im Fahrbahnbereich, die entweder gefräst oder gepflügt werden. Wer diese Arbeiten vollzieht, werden die Ausschreibungen nächstes Jahr zeigen.

Gemeinderat Herbert Nägele befürchtete, dass es Schwierigkeiten geben könnte, Unternehmer zu finden, „weil wir nicht die einzigen Glückseligen sind, die schnelles Internet haben wollen“. Antwort von Hardy Gutmann: „Wir glauben, dass es vernünftige Bieter geben wird. Und wir sind sicher, dass drei große Angebote abgeben werden.“ Er sehe Vorteile, wenn Großunternehmer die Arbeiten ausführen, anstatt mehrere Einzelunternehmer. Zumal die Bauzeit vorgegeben wird.

„Wer die nicht einhalten kann, wird nicht berücksichtigt“, stellte Gutmann klar. Und: „Es wird jeder Trupp, bevor er losgeschickt wird, von uns geschult.“ Dazu sagte Bürgermeister Carsten Quednow: „Wir sind unter den ersten, das wird uns einige Monate Vorsprung geben. Den Vorteil dürfen wir uns nicht nehmen lassen.“ Die Bauzeit soll ab Mai 2019 rund 27 Monate betragen und im Juli 2022 abgeschlossen werden. Möglich, dass Unvorhersehbares einen Strich durch die Rechnung macht. Aber: „Wenn wir es in dreieinhalb Jahren hinkriegen, läuft es super“, sagte Gutmann.

96 Prozent der insgesamt 1400 Görwihler Haushalte wollen das schnelle Internet. Das Gesamtprojekt in Görwihl kostet 6,5 Millionen Euro. Die Fördersumme liegt bei 4,2 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde beträgt 560 000 Euro pro Jahr, verteilt auf vier Jahre. „Dadurch werden wir weltweit vorne mit dabei sein und die 100-prozentige Erschließung haben“, bemerkte Gutmann.