In Görwihl-Hartschwand am Ortsausgang fängt die Spurensuche nach der keltischen Vergangenheit bei der Vollmondwanderung am Freitagabend an. Bernd Kühnel vom Verein Aktiver Hotzenwald – Kultur uffm Wald begrüßt die zahlreichen Gäste und kündet sechs Stationen an, die mit musikalischer Begleitung von Roland Kroell zu den Spuren aus vorchristlicher Zeit führen sollen.

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Die Kelten lebten im Einklang mit der Natur. Sie hinterließen an vielen Orten im Hotzenwald Spuren. Magische Steine stehen in ihrer Mythologie an wichtiger Stelle. So auch der von Hinkelsteinen gesäumte Weg zum Heidentritt, einer Station der Wanderung. Sind das nun Opfersteine oder Altartische? Mit Klangschalen und Stockschlägen begleitet, wandern die Gäste weiter im grünen, langsam dunkelnden Wald. Roland Kroell am Epinett, einem Vorläufer unserer heutigen Saiteninstrumente, und seine Partnerin Claudia Libor am 16-saitigen Monocord warten auf einer Bank und stimmen mit irischen Weisen in die Welt der Kelten ein. Harfentöne waren in keltischer Zeit auch ein Friedensbote, sie wurden von den Druiden, den Weisen der Kelten, gespielt.

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Die Druiden mischten sich zwischen die Kämpfer um so den Konflikt zu schlichten. Die Kinder am heutigen Abend hören staunend, dass die Comichelden Asterix und Obelix Kelten waren. Die Kelten, eine Imigrationswelle aus der heutigen Ukraine, bevölkerten seit 3000 v. Chr. Deutschland, kämpften mit ihren neu erfundenen Metalllegierungen aus Kupfer, gefunden bei Ötzis Beil, später, bis 400 v. Chr. mit harten Schwertern aus Eisen. Sie brachten auch das Pferd nach Germanien mit der genialen Erfindung von Rad und Wagen. Später wurden die Kelten von den Römern und Germanen in den Westen gedrängt und verschwanden aus unserem Gebiet.

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Der Wechsel der Kulturen lässt sich am nahen Gugelturm beobachten, wo die keltischen Heilsteine im Zuge der Christianisierung verbannt und stattdessen eine Kapelle errichtet wurde. Eine lange Prozession schritt am heutigen Abend den Klangschalentönen folgend durch den mit Hinkelsteinen gesäumten Weg. Da war plötzlich der Abdruck des Riesenfusses, der Heidentritt, in einem Stein am Boden, daneben als Kennzeichen ein Stein mit der typischen Opfer-Rinne. Barfuss seinen Fuß hineinstellen war der Impuls eines Teilnehmers. Weiter hinten am Hierholzer Berg seien laut der Sage der Zehenabdruck des Riesen und bei Strittmatt der Knieabdruck zu finden.

Spannende Hintergründe

Die fünfte Begegnung fand mitten im Wald vor einer auftauchenden Felswand statt, von der oben Gesang und Trommelschlag von Roland Kroell ertönte. Es schallt mit hohen und tiefen Tönen im grünen Wald, bis alle in das irische Friedenslied „Dan dro mar“ einstimmten. Die letzte Station war dem Vollmond gewidmet, der aber um 21.30 Uhr auf sich warten ließ. Roland Kroell hatte einige seiner Bücher als Lesestoff in die spannenden Hintergründe der keltischen Bräuche mitgebracht. Er war auch der Anstoß für die Vollmondwanderung des Vereins Kultur uffm Wald, von Bernd Kühnel spannend moderiert.