Für die Gläubigen aus Untereggingen wird der Sonntag, 24. Juni, ein ganz besonderer Sonntag werden. Zum ersten Mal in der Geschichte der Unteregginger Kapelle wird mit einem Gottesdienst in der Kapelle des Schutzpatrons dem Heiligen Johannes des Täufers gedacht werden. Dieser Festgottesdienst, der am kommenden Sonntag nicht wie gewohnt in der Pfarrkirche in Obereggingen stattfindet, sondern in der kleinen Kapelle auf dem „Helle“, ist natürlich eine Besonderheit in der Geschichte.

1274 erstmals erwähnt

Mit ihrem Standort, hoch über dem Ortskern der ehemals selbstständigen Gemeinde Untereggingen ist die kleine Kirche das Wahrzeichen des Ortes und sogar von der B 314 aus zu sehen. Die Kapelle kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 1274 in einer Sammelliste der Pfarrei Degernau. Bis zum Jahr 1857 gehörte Untereggingen zur Pfarrei Degernau; erst nach dem sogenannten Kirchenstreit hatten sich die Unteregginger entschlossen, sich in Richtung Pfarrei Obereggingen zu orientieren. Nach dem Neubau der dortigen Pfarrkirche St. Gallus erfolgte der Zusammenschluss. Entstanden ist die Unteregginger Kapelle einer Sage nach durch einen blinden Klausner, der viele Jahre auf der Burg oberhalb gehaust hat. Über die Ursprünge und Geschichte der Burgstelle oberhalb Untereggingen ist fast nichts bekannt. Es sind aber heute noch Mauerreste erkennbar.

Kapelle mehrmals beschädigt

Zwischen 1417 und 1426 soll ein Brand die Kapelle stark beschädigt haben, sodass sie abgerissen und wieder neu aufgebaut worden ist. Auch Erdbeben, wie jenes im Jahr 1911, haben die Kapelle beschädigt. Dank der Spendenfreudigkeit der Unteregginger wurde sie wieder aufgebaut. Lange Jahre war sie Wallfahrtskirche der heiligen Apolonia von Alexandria, der Fürbitten für Zahnleiden. Noch immer werden in der Kapelle die Schülergottesdienste abgehalten und der Rosenkranz gebetet.

Der Festgottesdienst wird musikalisch vom Kirchenchor St. Gallus Eggingen und dem Musikverein Eggingen umrahmt. Falls der Platz in den Kirchenbänken nicht ausreichen sollte, so soll der Festgottesdienst auch vor der Kapelle mitgefeiert werden können. Nach dem Gottesdienst lädt das Gemeindeteam zu einem Umtrunk vor der Kapelle ein.