Zehn Bürger zeigten reges Interesse an der jüngsten Gemeinderatssitzung Eggingen. Auf den Nägeln brannte neben der Badesee-Problematik (wir berichteten) auch die Kostenexplosion von ursprünglich 400 000 Euro auf 1,3 Millonen Euro für die naturnahe Umgestaltung des Mauchenbachs in Kombination mit der Errichtung einer Spiel- und Erholungsfläche. Hierzu wird es am 22. Mai, eine Info-Veranstaltung geben.

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Dies sei viel zu spät, kritisierte Christoph Benz: „Ich möchte mich hiermit als Bürger der Gemeinde Eggingen über die bisherige Informationspolitik beschweren.“ Dabei griff er in einem Schreiben neben Bürgermeister Karlheinz Gantert auch die Gemeinderäte an: „Bei den Wahlveranstaltungen zur Bürgermeisterwahl 2003 wurden jährliche Bürgerversammlungen angekündigt. Nach nunmehr 16 Jahren kann man feststellen, dass noch keine stattgefunden hat.“ Der Gemeinderat wurde als „Abnickerverein“ bezeichnet, der die einzelnen Tagesordnungspunkte durchwinkt, ohne sie genau zu überprüfen.

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Dass die Köpfe der Gemeinderäte rot anschwollen und die Luft dicker wurde im Raum, war eine natürliche Folge. Dennoch bemühten sich alle um einen ruhigen Ton. Bürgermeisterstellvertreter Holger Albicker begrüßte das rege Bürgerinteresse: „Es ist grundsätzlich gut, ich freue mich. Es hatte mich eher enttäuscht, warum wir (Gemeinderat) immer völlig alleine sind. Ihr könntet teilnehmen und mitdiskutieren. Wir sind eine Dorfgemeinschaft.“

Bürgermeister stellt klar

Gantert verwies auf sechs öffentliche Sitzungen, in denen der Mauchenbach Thema war. Christoph Benz wünschte sich jährlich mindestens eine öffentliche Info-Veranstaltung, zusätzlich zu den großen Themen und verwies auf die Gemeindeordnung. Gemeinderat Holger Kostenbader sagte: „Ich bin enttäuscht. Bei fünf von elf Gemeinderatssitzungen ist kein Mensch da. Die letzten fünf Jahre waren neun Themen gewichtig. Die Tür des Bürgermeisters steht offen, da kann sich jeder informieren.“ Gemeinderat Jürgen Fischer erläuterte die Ausgangslage für die geplante Umgestaltung des Mauchenbachs und schloss damit, dass er das Projekt durchziehen möchte: „Wir haben abgespeckt, wo wir abspecken konnten. Aber ich bin nicht bereit, das zurückzunehmen. Es ist für die Zukunft, für die Kinder.“ Auch Holger Kostenbader ist zuversichtlich: „Das ist ein Platz für Generationen.“

Hochwasserschutz treibt Kosten in Höhe

Ursächlich für die vermeintliche „Kostenexplosion“ der Umgestaltung des Mauchenbachs ist der notwendige Hochwasserschutz, der erst nach den ersten Überlegungen und der ersten Kostenaufstellung dazu gekommen sei. Dieser wird bezuschusst. Bürgermeister Karlheinz Gantert verwies auf die Notwendigkeit: „Vorhaslen ist ein Überflutungsgebiet der Wutach.“ Vor der Genehmigung als Gewerbegebiet müsse erst ein Rückhaltevolumen von siebentausend Kubikmetern geschaffen werden. Dass das Thema Hochwasserschutz mit der Umgestaltung des Mauchenbachs allerdings noch nicht abgeschlossen sei, ist den Räten klar.