Das Legen von Blumenteppichen zu Fronleichnam ist in Eggingen nicht einfach nur Tradition, sondern auch noch ein großes Stück Heimat. Vier Teams, wie die Erstkommunikanten und die Pfarrjugend, Mitglieder des Kirchenchores und zwei Familien, sorgen in Eggingen jedes Jahr dafür, dass die vier Stationen für die Fronleichnams Prozession hergerichtet und auch die Blumenteppiche gestaltet werden.

Dabei blieb es bisher immer ein Geheimnis, wer welches Motiv sich einfallen lässt. In diesem Jahr ist es etwas anders. Pfarrer Karl Michael Klotz hat die Themen vorgegeben und so blieb es bei den Teams oder den konstruktiven Köpfen, aus den Themen die Blumenteppiche so zu gestalten, dass die Symbolhaftigkeit auch für die Prozessionsteilnehmer sichtbar wird.

Wie kann ein Thema wie „Barmherzigkeit, Jesus in der Stille“ sichtbar gemacht werden? Einige Egginger hatten sich auf den Jakobsweg gemacht und auf dieser Strecke auf der Hagenegger Passhöhe eine Pilgerkapelle entdeckt und per Handy ein Foto aus dem Innenraum mit dem Kreuz gesendet. Dieses Kreuz wurde vom Familienteam Hotz, Lott, Bauknecht und Beil auf dem Blumenteppich dargestellt.

Klaus Kramer, heimischer Steinmetz gestaltete aus Sandstein exakt dieses Kreuz nach und gesammelte Blüten zeigen die Umgebung. Jede Menge Blüten hatten die Erstkommunionkinder auf den Wiesen gesammelt. Ihr Thema lautet „Jesus bringt Farbe in unser Leben.“ Auch sie haben sich für ein Kreuz entschieden, das mit Blüten fast aller Regenbogenfarben ausgelegt wurde. Dazu kamen noch genau zehn bunte Schmetterlinge, für jedes Kommunionkind ein Schmetterling. Der Blumenteppich, der von den Mitgliedern des Kirchenchores gestaltet wurde, hatte als Thema den Weltgebetstag der Frauen, „Gottes Schöpfung ist sehr gut.“

Auch dazu gibt es eine kleine Geschichte: Harry Amann aus Eggingen hatte eine Stahlfigur in Form einer Weltkugel gebastelt und stellte diese für den diesjährigen Blumenteppich zur Verfügung. Blieb den Frauen nur noch diese Figur entsprechend zu dekorieren und dies gelang sehr gut. Die vierte Station liegt schon seit mindestens zwei Generationen in den Händen der Familie Wiesmann, der Familie des Egginger Mesners. Sie hatten das Thema „Werke der Barmherzigkeit“. Betende Hände waren ihr Motiv und dabei galt es, jede Menge Margeriten zu sammeln und dann zu zupfen. Doch es kommen bei allen vier Blumenteppichen auch andere Materialien wie Sägemehl oder Kieselsteine und sogar Weizenschrot zum Einsatz.

Die Grundplatten haben in der Regel eine Größe von 1,60 mal 2,20 Metern und werden immer erst am frühen Morgen vor die Altäre gelegt. Diese gilt es natürlich auch festlich zu schmücken und der gesamte Prozessionsweg wird dann noch mit den restlichen gesammelten Blüten bestreut. Bis vor einigen Jahren wurde die Prozessionsstrecke auch mit Buchenzweigen abgesteckt, doch sind die Gehwege inzwischen gepflastert, sodass hier keine Steckmöglichkeit mehr besteht.

Pfarrer Klotz gestaltete die Prozession in diesem Jahr anders, und bezog auch die Erstkommunikanten mit in das Geschehen ein und erzählte in kurzen Worten die Bedeutung der Blumenteppiche. Ganz besonders bedankte er sich bei den Mitwirkenden dieser prächtig gestalteten Kunstwerke.