Sie ist die Lebensader einer ganzen Region, die Bundesstraße 314, kurz B 314 genannt. Sie verbindet das Wutachtal mit dem Westen. Ihren Anfang nimmt sie in Lauchringen, zwischen den beiden ehemals selbstständigen Gemeinden Ober- und Unterlauchringen und mündet im Nachbarkreis, dem Schwarzwald-Baar-Kreis, in die B 27, kurz nachdem sie die kurvenreiche Strecke des Randens erklommen hat. Anschließend verläuft sie in Richtung Südost über Tengen, Blumenfeld und endet schließlich kurz vor Singen.

Nur eine Linksabbiegespur zeigt den Anfang der B 314 zwischen den beiden Lauchringen an. Die Trasse führt Richtung Singen oder Donaueschingen und bekommt dort die Anbindung an die Autobahnen.
Nur eine Linksabbiegespur zeigt den Anfang der B 314 zwischen den beiden Lauchringen an. Die Trasse führt Richtung Singen oder Donaueschingen und bekommt dort die Anbindung an die Autobahnen. | Bild: Lucia van Kreuningen

Bedeutung kommt mit Etablierung der Autos

Wer heutzutage die B 314 nimmt mit ihrem jetzigen Verlauf, der kann sich kaum mehr vorstellen, dass diese Straße eine lange und beschwerliche Geschichte hinter sich hat. Es gibt sie zwar schon sehr lange, doch war sie, als es noch nicht in jedem Haushalt ein Auto gab, nicht von so großer Wichtigkeit. Diese Bedeutung kam der Bahn zu. Genau diese Bahn, die wir heute Museumsbahn oder Sauschwänzlebahn nennen, hatte in jeder Beziehung seit ihrem Bestehen große Bedeutung.

Bahn lange Zeit wichtigstes Transportmittel

Nicht so die B 314. Sie verband lediglich die einzelnen Dörfer im Wutachtal und drum herum. Allerhöchstens Pferde- und Ochsengespanne nutzten sie, selbst bei Marktgängen Richtung Tiengen oder Waldshut wie auch Richtung Stühlingen wurde eher die Bahn genutzt. In den beiden Weltkriegen kam natürlich der B 314 wie auch der Reichsbahn eine größere Bedeutung zu. Um nicht die Bahnanlagen der nahen Schweiz zu nutzen, wurde die Bahnstrecke Basel-Immendingen großzügig ausgebaut. Davon zeugen noch die Kehrtunnel zwischen Grimmelshofen und Blumberg. Noch bis in die 80 Jahre hinein galt die Bahnstrecke als strategische Eisenbahn.

Alter Verlauf durch die Ortschaften

Doch zurück zur B 314. Ihren Verlauf nahm sie von Lauchringen aus zuallererst Richtung Bahnhof Lauchringen, dann überquerte sie die Bahnschienen in Richtung Horheim, wo sie durch den damals recht dichten Lauchringer Wald führte. Vorbei an einigen Feldern kam sie dann in Horheim an. Der jetzige Anfang des Radweges im Dorf ist noch ein kleines Stück von dieser alten Straße. Sie führte dann mitten durch Horheim durch und kam kurz vor der Gemarkungsgrenze zu Wutöschingen wieder in die jetzige Fahrbahn.

Mitten durch das ehemalige Untereggingen führte die B 314 mit ihren vielen engen Kurven noch in den 1960er Jahren.
Mitten durch das ehemalige Untereggingen führte die B 314 mit ihren vielen engen Kurven noch in den 1960er Jahren. | Bild: Gemeinde Eggingen

Planungen für Streckenverlegung beginnen

Noch in den 1960er Jahren begannen Planungen und Arbeiten an der B 314 und diese dauerten bis in die 1970er Jahre hinein. Wenn wir heute die Strecke fahren, dann kommen wir über die Teilstrecke der A 98 im Lauchringer Wald in diese Straße und können uns nicht vorstellen, welche planerischen Aufgaben vor den Verantwortlichen standen. Ganz zu schweige von den Erdbewegungen, dem Verlegungen der Wutach und den Bahngleisen bis hin zur heutigen Trasse. Wie sich die B 314 durch die engen Straßen von Horheim zwang, so war es auch in Ofteringen und Eggingen.

Allein zwischen Wutöschingen und Ofteringen musste im Bereich der Silberwiese, dem heutigen Einkaufsgebiet, die Trasse zwei Mal die Bahngleise überqueren und ein gewaltiger Erdhügel zu einem großen Teil aus starken Lehmsteinen bestehend musste umrundet werden. Zahlreiche enge Kurven führten die Trasse durch die Dörfer, in Eggingen waren gleich drei enge Kurven zu bewältigen, und machten eine Durchfahrt zu einem immer größer werdenden Risiko.

Forderung einer Umgehungsstraße wird laut

Nachdem vor allem der Güterverkehr in den 1960 er Jahren immer mehr auf die Straße verlagert wurde, war für die Dorfbewohner ein überqueren dieser B 314 kaum mehr möglich. Die Lastwagen wurden immer größer und stärker, aber auch der Personenverkehr mit den eigenen Autos wurde stärker.

So war natürlich der Ruf nach Umgehungsstraßen groß und die damaligen Politiker, wie Rudolf Eberle, der im April 1964 in den Landtag gewählt worden war und das Amt des Landesministers für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr übernommen hatte, waren Wegbereiter für die jetzige Umgehungsstraße B 314.

Kaum jemand kann sich heute noch vorstellen, dass es in Eggingen noch in den 1960er Jahren zwei Tankstellen gegeben hat. Die ältere der beiden war bei der Schmide der Familie Arnold Bölle, diese wurde im Jahr 1976 aufgegeben, die jüngere wurde gegen Ende der 1960er Jahre von der Familie Franz und Walter Gabriel aufgebaut und dann an die Familie Preiser verkauft die noch heute ein Toyota Autohaus betreibt.
Kaum jemand kann sich heute noch vorstellen, dass es in Eggingen noch in den 1960er Jahren zwei Tankstellen gegeben hat. Die ältere der beiden war bei der Schmide der Familie Arnold Bölle, diese wurde im Jahr 1976 aufgegeben, die jüngere wurde gegen Ende der 1960er Jahre von der Familie Franz und Walter Gabriel aufgebaut und dann an die Familie Preiser verkauft die noch heute ein Toyota Autohaus betreibt. | Bild: Bölle

Stühlingen hatte bereits in den späten 1950er Jahren das Glück, eine Umgehungsstraße zu bekommen und damit war auch Eberfingen vom durchfließenden Verkehr befreit. Natürlich war diese Trasse nicht in einem Jahr fertig, doch konnte beispielsweise im Jahr 1987 diese Straße in Eggingen für den Verkehr freigegeben werden. Möglich gemacht werden konnte dies auch im Zusammenhang mit der Flurbereinigung, denn dadurch war es gelungen Eigentum an Feldern, Wiesen und einigen Hausgärten zu verschieben, dass eine neue Trassenführung ausgearbeitet werden konnte.

Grimmelshofen kämpft noch immer

Allein für Eggingen bedeutete dies, dass ein Gewerbegebiet ausgewiesen werden konnte und auch die Dorfentwicklung sich zu einem Positiven Gesamtbild entwickelte. Grimmelshofen, am äußersten Ende des Landkreises kämpft seit vielen Jahrzehnten für eine Umgehungsstraße.

Noch quält sich der Verkehr durch das rund 270 Einwohner zählende Dorf. Die B 314 ist darüber hinaus auch die Verbindung zu den Dörfern in Richtung Schwarzwald, wie Bonndorf und viele Lastwagen nutzen die Verbindungslandstraßen zur B 315, die von Weizen über Bonndorf zur B 31 führt.