Damals war es nach der Turmhaube für die kleine Kirche im benachbarten Eschbach die zweite Meisterleistung für den noch jungen Dogerner Zimmermann. Bis am 2. Mai 1970 um 6 Uhr das Aufrichten des Helms auf dem Turm gemeinsam mit einigen Zimmerleuten starten konnte, war viel Vorbereitungsarbeit und handwerkliches Können erforderlich. Im St. Clemensboten von damals ist zu lesen, dass nach stundenlanger Schweiß treibender Arbeit um 19.15 Uhr von Heinrich Dol

Wax_kr1_do_turmhelm b Während seiner aktiven Berufstätigkeit hat Zimmermeister Heinrich Dold insgesamt fünf Kirchturmhauben in der Region erneuert. Bilder: Doris Dehmel
Wax_kr1_do_turmhelm b Während seiner aktiven Berufstätigkeit hat Zimmermeister Heinrich Dold insgesamt fünf Kirchturmhauben in der Region erneuert. Bilder: Doris Dehmel

In Eigenleistung von einigen Pfarrei-Mitgliedern war der Abbruch des alten Turmhelms erfolgt. Der Kirchenbau entstand in den Jahren 1766/67 am heutigen Standort. Nach fast 200 Jahren musste die morsche und vom Holzwurm befallene und mit verzinktem Blech ummantelte Spitze des Kirchturms erneuert werden. Drei Zimmerei-Betriebe bemühten sich 1970 um den Auftrag, der für Heinrich Dold (79) damals eine echte Herausforderung war.

Die in den Jahren 1766/67 am heutigen Standort errichtete Kirche hatte ursprünglich eine auch von Heimatforschern als Schlafmütze bezeichnete Turmhaube
Die in den Jahren 1766/67 am heutigen Standort errichtete Kirche hatte ursprünglich eine auch von Heimatforschern als Schlafmütze bezeichnete Turmhaube

„Das Maß aufzunehmen, war eine der schwierigsten Aufgaben“, erinnert sich Heinrich Dold. Jedes Breitenmaß der Turmgrundfläche sei anders gewesen, und kein Winkel habe mit dem anderen übereingestimmt. „Statische Vorgaben waren keine vorhanden, und so musste ich selbst entscheiden, wie stark die Hölzer sein mussten“, erinnert sich Heinrich Dold an die damaligen Herausforderungen.

Nach dem der damalige Pfarrer Klaus Storz als Ersatz für den bis heute auch von Denkmalpflegern als „Schlafmütze“ bezeichneten Turmhelm die bayerisch-barocke Ausführung bevorzugt hatte, war es zur völligen Neugestaltung gekommen. Ehe das Holz für die Turmhaube mit einer Höhe von acht Metern und sechs Metern Breite zugeschnitten werden konnte, mussten die Rundungen zeichnerisch mit horizontalen und vertikalen Linien ermittelt werden. Die mit einem Baukran in die Höhe gehievte Holzkonstruktion wurde vom damaligen Albbrucker Blechnermeister Hermann Peter und dessen Sohn Günter mit Kupferblech ummantelt – für das Duo eine nicht alltägliche Aufgabe.

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