Josef Brunner aus Dogern hat bei erstaunlicher Rüstigkeit seinen 95. Geburtstag gefeiert. Weit über die Ortsgrenzen hinaus ist der Jubilar speziell auch in Sängerkreisen eine bekannte Persönlichkeit. Der gebürtige Dogerner besuchte die damalige Dorfschule und arbeitete im Anschluss daran in der elterlichen Landwirtschaft. 1943 wurde Josef Brunner eingezogen zum Arbeitsdienst, dem sich übergangslos der Kriegsdienst anschloss. Es folgten Einsätze in Estland, vor Leningrad und später in Holland. Gezeichnet von zwei schweren Verwundungen, geriet Josef Brunner im Jahr 1945 bei Amrein in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst ein Jahr später wieder in die Heimat zurückkehren konnte.

Familie und Gesang

Erneut arbeitete er auf dem elterlichen Hof, den er später übernahm. 1955 verheiratete sich der Jubilar mit Paula Ebin. Drei Kinder wuchsen in der Familie heran, die sich um drei Enkel vergrößerte. Bis heute gehört die große Leidenschaft von Josef Brunner dem Gesang. Aus Dankbarkeit, nach die Kriegswirren wieder die Heimat erreicht zu haben, kam der begnadete Sänger 1947 zum Dogerner katholischen Kirchenchor. Nachdem im Jahr 1948 die französische Besatzungsmacht den Gesangverein wieder zugelassen hatte, schloss sich Josef Brunner auch diesem an. Obwohl er nie eine gesangliche Ausbildung genossen hatte, bereicherte in den vergangenen Jahrzehnten mit seinen Soli eine Vielzahl von Auftritten. Einige Jahre sang er auch im ehemaligen Swoboda-Chor einer renommierten Singgemeinschaft mit Mitwirkenden aus der ganzen Region.

Politisches Engagement

Eng mit Josef Brunner verbunden ist seine Rolle als singender Nachtwächter, als der er erstmals beim Freilichtspiel „Der Schmied von Dogern“ Anfang der 90er Jahre auftrat. Das Vereinsleben und das Engagement für die Gemeinschaft waren dem Jubilar stets überaus wichtig. Erstmals wurde er 1962 in den Dogerner Gemeinderat gewählt, in dem er sich über viele Jahre hinweg für das Gemeinwohl seines Heimatdorfes eingesetzt hatte.