Hitzesommer, Dürrezeiten und Niedrigwasser machen auch den Fischen schwer zu schaffen. Die einstmals guten Bestände im Rhein und seinen Nebenflüssen sind stark gefährdet, heimische Bachforellen und Groppen sogar akut vom Aussterben bedroht. Am Wochenende organisierte der Verein Erlebbare Umweltbildung erstmals einen grenzüberschreitenden „Tag des Fisches“ zusammen mit dem Landesfischereiverband, dem Aargauer Fischereiverband und dem Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG (Radag) in Dogern.

Fredi Künzli von der Fischerzunft Laufenburg/CH und vom Fischereiverband Aargau erläutert an der Infotafel, welche 34 heimischen ...
Fredi Künzli von der Fischerzunft Laufenburg/CH und vom Fischereiverband Aargau erläutert an der Infotafel, welche 34 heimischen Fischarten über die Fischtreppen beim Kraftwerk Dogern wandern. | Bild: Dieter Schäuble

Vorsitzende von Fischereivereinen, Gewässerwarte, der Naturschutzbund (Nabu), die grenzüberschreitende Arbeitsgemeinschaft Hochrhein und der Verein für Erlebbare Umweltbildung betreuen 2022 über 150 Messstellen mit Temperaturloggern. „Der Rhein wird im Sommer bis 26 Grad warm“, berichtete Ingo Kramer, Diplom-Biologe und Geschäftsführer im Landesfischereiverband, in seinem Impulsvortrag über Klimaauswirkungen auf Wasserlebensräume und Fische berichtete Ingo Kramer, Diplom-Biologe und Geschäftsführer im Landesfischereiverband, in der Fischerhütte am Albbrucker Dreispitz in seinem Impulsvortrag über den aquatischen Zustand des Rheins und seiner Zuläufe.

„Die für Forellen kritische Temperatur von 20 Grad wurde zum Beispiel in der Steina bei Detzeln 2021 an sechs Tagen überschritten“, so Kramer weiter. Seine Forderung: „Wir brauchen dringend Gewässerrenaturierungen mit naturnahen Strukturen, intakte Gewässerrandstreifen, Tiefwasserkolke in geschiebearmen Bächen und Flussauen mit schattenspendenden Bäumen!“

Am Wehrkraftwerk Dogern sollen verschiedene Einrichtungen die ökologische aufwerten. Kernstück sind diverse Fischtreppen, eine Fischzählanlage und ein bis zu 15 Meter breites naturnahes Umgehungsgewässer, welches sich über 800 Meter parallel zum Rhein vorbei am Wehr schlängelt. Es ermöglicht die Durchgängigkeit für Wanderfische, unter anderem Lachs, Aal, Maifisch. Wanderfische sind Fische, die zum Laichen ihr Habitat wechseln. Fischwanderungen dienen vor allem dazu, Nahrung oder geeignete Brutplätze zu finden. Dabei stellen neben Stromschnellen, Wasserfällen und Wehren auch Verschmutzung, Hoch- und Niedrigwasser sowie überhitzte Gewässer große Hindernisse dar.

Der Tag des Fisches begann am Kraftwerk Dogern. Im Radag-Pavillon erwarteten die Besucher (von links): Kraftwerk-Betriebsleiter Norbert ...
Der Tag des Fisches begann am Kraftwerk Dogern. Im Radag-Pavillon erwarteten die Besucher (von links): Kraftwerk-Betriebsleiter Norbert Schneiderhan, Fredi Künzli und Heinz Lützelschwab von der Fischerzunft Laufenburg/CH und dem Fischereiverband Aargau, Bürgermeister Fabian Prause, Ingo Kramer vom Landesfischereiverband, Markus Lazarte vom Amt für Umweltschutz) und Jörg Kasseckert vom Verein Erlebbare Umweltbildung. | Bild: Dieter Schäuble

Begonnen hatte die Veranstaltung im Radag-Pavillon Dogern. Bürgermeister Fabian Prause und Markus Lazarte vom Amt für Umweltschutz dankten dem Verein für Erlebbare Umweltbildung und dessen Vorsitzenden Jörg Kasseckert für diese Veranstaltung. Betriebsleiter Norbert Schneiderhan informierte die Gäste über das 1929 gegründete Rheinkraftwerk. Es erzeugt 650 Millionen Kilowattstunden CO2-freien Strom für rund 180.000 Haushalte.

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