„Die Abwasserrohre im Dogerner Gemeindegebiet befinden sich in einem relativ guten Zustand“, versicherte der technische Bauamtsleiter, Andreas Gantert, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Nachdem Ende des vergangenen Jahres weitere Untersuchungen mit einer Spezialkamera stattgefunden hatten, ist die Kontrolle der Kanalisation auf der gesamten Gemarkung jetzt abgeschlossen.

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Untersucht wurden die Mischwasser- und Oberflächenwasser – sowie die Leitungen der Hausanschlüsse. Die Beseitigung der dringlichsten Schäden wird 215.000 Euro kosten. Insgesamt waren im Zuge der Kanaluntersuchung 171 Schäden unterschiedlichsten Ausmaßes in den Hauptleitungen und 127 Leitungsschäden in den Nebenleitungen festgestellt worden. Von den 83 inspizierten Schächten weisen insgesamt sechs Kontrollschächte Schäden auf. Eingeteilt in fünf Schadensklassen ergibt sich letztlich auch die Dringlichkeit der Schadensregulierung. So könnten 22 Schäden im Zuge anderer Baumaßnahmen behoben oder Ablagerungen durch Spülen beseitigt werden.

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Eine langfristige Schadensbeseitigung ist an 55 Stellen vorzusehen, da keine Gefährdung des Kanals derzeit zu befürchten ist, allerdings durch den ordnungsgemäßen Weiterbetrieb längerfristig nicht ausgeschlossen werden kann. Der Blick in die Rohre habe gezeigt, so Andreas Gantert, dass Ablagerungen teilweise abgefräst werden könnten. Bei 98 der festgestellten Schäden könnte längerfristig eine Gefährdung für Boden und Grundwasser drohen, so dass eine mittelfristige Beseitigung der Schäden vorzusehen ist. Große Schäden, durch Risse, erkennbare Scherben und desolater Zustand des Kanals zeigte sich bei insgesamt 113 festgestellten Schäden, die kurzfristig zu beheben sind. Acht Schäden in den Hauptleitungen, davon ein 13 Meter langer Riss an der Oberseite des Kanalrohres und zwei Schäden in den Nebenleitungen, lassen weiteren zeitlichen Aufschub der Sanierungsarbeiten nicht zu.

Sanierung in zwei Zeitfenstern

Um umgehend eine Sanierung in die Wege zu leiten, wurden die unaufschiebbaren und kurzfristig auszuführenden Sanierungsarbeiten bereits durch das Büro Tillig Ingenieure, Dogern, ausgeschrieben. „Wie in früheren Jahren, in denen der Haushaltsansatz sogar nicht in Anspruch genommen werden musste, sieht der Haushaltsplan für das laufende Jahr 90.000 Euro vor“, so Bürgermeister Fabian Prause. Für die Beseitigung aller Schäden wären aber 215.000 Euro notwendig. Dieser Betrag soll auf zwei Jahre gesplittet werden; demnach soll die Behebung der nicht so gravierenden Schäden erst im kommenden Jahr erfolgen.