Herr Ngyen, wann haben Sie Ihre Leidenschaft für Ihre Hobbys entdeckt?

Schon als Jugendlicher habe ich gerne gelesen und mich für gehaltvolle Literatur interessiert. Zu Sinnieren liegt in meiner Natur. Meine Tanzbegeisterung orientierte sich an den verschiedenen Stationen und unterschiedlichem Milieu. Trance und Ekstase habe ich als für mich sehr wertvolle Zustände erlebt.

Teilen Sie diese Hobbys mit anderen in Ihrer Familie?

Ja, musisch veranlagt sind alle und interessiert an darstellender Kunst. Wenn sie mehr Zeit investieren würden, wären ihre Anlagen ausbaufähig. Bereits meine Vorfahren interessierten sich für die Historie und machten sich besonders über die Kolonialgeschichte Gedanken. Meine Mutter und Tante haben eine poetische Ader.

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Wie lange sind Sie schon künstlerisch tätig?

In meinem vierten Ausbildungsjahr vertiefte sich meine Anlage, erlebte Situationen und Bilder poetisch niederzuschreiben. Mit der Kalligraphie, die für mich eine aktive Form der Meditation ist, gelingt es zusätzlich den Gedichten Leben einzuhauchen und ein Stück meiner persönlichen Verfassung Preis zu geben.

Warum gerade die von Ihnen bevorzugte Richtung der Dichtkunst?

Beeindruckt von dem Autor Galsan Tschinag, der die Geschichte seines Volkes lebensnahe rübergebracht hat, machte ich mich auf einen ähnlichen Weg. Auch ich erlebte während einem 14-monatigen Aufenthalt bei den mongolischen Viehnomaden und bei den vietnamesischen Bergbauern das einfache und meine Seele berührende Leben.

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Wie kamen Sie nach Dogern?

Hier habe ich auf dem Eulenhof die für mich passende Arbeitsstelle gefunden. Es gibt keine radikale Trennung zwischen dem Berufsalltag, in dem sich mir Bilder der Natur eröffnen, und meiner Freizeit, in der ich diese Eindrücke künstlerisch umsetze.

Haben Sie Förderer oder Sponsoren?

Nein, ich muss die Kunst ernähren. Ich lebe einfach und habe keine großen persönlichen Ausgaben.

Was ist Ihr eigentliches Ziel?

Meine Freundin Nadine empfinde ich als wahres Geschenk. Ich möchte, dass unsere Liebe eine Form bekommt.