Auf dem Wahlzettel für die Bürgermeisterwahl am 1. Oktober stehen die Namen von zwei Kandidaten. Doch die offizielle Vorstellung der Bewerber am Montagabend in der Gemeindehalle wurde für Fabian Krause aus Waldshut zum ungeplanten Solo: Mitbewerber Karl Peter Piram ist nicht erschienen. Wie Bürgermeister Matthias Guthknecht ausführte, habe der Kandidat aus Wehr kurzfristig abgesagt, weil er von seinem Arbeitgeber zur Teilnahme an einer Tagung in Portugal verpflichtet worden ist. Der 53-Jährige ist Biologe und Außendienstmitarbeiter eines Chemie-Unternehmens.

Michael Kreutzpointner hatte als Moderator in der vollbesetzten Halle leichtes Spiel. Er bat Fabian Prause zum 15-minütigen Solovortrag ans Rednerpult; im Anschluss hatte das Publikum Gelegenheit, Fragen an den Bewerber zu stellen. Kreutzpointners Schlussappell an die Zuhörer: "Sorgen Sie am Sonntag bitte für eine hohe Wahlbeteiligung!"

"Wow, ich bin begeistert von Ihrem Interesse", entfuhr es Fabian Prause angesichts von über 400 Zuhörern in der Halle. Der gebürtige Waldshuter bot Einblicke in seinen beruflichen Werdegang, der ihn aktuell als Leiter des Straßenverkehrsamtes in die Stadtverwaltung Waldshut-Tiengen führte. Seit Mai wohnt Prause mit seiner Partnerin in Dogern. "Schon als kleiner Junge war es mein Traum, Bürgermeister zu werden – das klingt für viele unverständlich, es war aber so", ließ der junge Kandidat sein Publikum wissen. Es reize ihn, zu gestalten. "Ich habe soziale Kompetenz, stehe für Transparenz und habe kein Problem damit, Fehler einzugestehen oder mit Kritik umzugehen", so Fabian Prause.

Dogern sei eine attraktive Gemeinde mit guter Infrastruktur und einer tollen Vereinslandschaft, betonte der 29-Jährige, der Vorstandsmitglied beim SV Dogern ist. "Aber es stehen auch große Aufgaben an, etwa die Rathaus-Frage, der Bau eines Feuerwehrgerätehauses oder auch der Ausbau der Breitbandversorgung." Prause möchte im Fall seiner Wahl einen mittelfristigen Investitionsplan erarbeiten – "damit klar ist, was wann wo und mit welchen Mitteln umgesetzt werden kann".

Der junge Bewerber für das Bürgermeisteramt möchte die Bürger mit in die Planungen einbinden, etwa bei Bürgerversammlungen oder auch mit einem Bürgerhaushalt. "Als Bürgermeister ist man nicht nur Repräsentant, man muss auch Sachbearbeiter sein. Gute Detailplanung ist unabdingbar, damit Projekte wasserdicht sind", betonte Prause und verwies auf die schwierige Situation in Sachen Rathaus-Zukunft.

Die Fragerunde eröffnete Werner Widmer mit der Feststellung, dass nicht alle Dogerner vom jetzigen Konzept bei der Breitbandversorgung profitieren. "Wie wollen Sie das ändern?" Prause versprach, sich mit der Firma HochrheinNet in Verbindung zu setzen, damit schnelles Internet bald in allen Haushalten verfügbar ist. Weil Dogern bei den Grund- und Gewerbesteuersätzen kreisweit im Spitzenfeld liege, erkundigte sich Widmer auch gleich nach Absenkungen. Doch Fabian Prause machte hier wenig Hoffnung: "Diese Einnahmen sind mit ein Grund, warum Dogern finanziell gut da steht!"

Peter Kaufmann sprach die schienengleichen Bahnübergänge im Ort an, die durch Unterführungen ersetzt werden sollten. "Da müssen wir nach der Elektrifizierung die Zug-Taktung abwarten, um zu sehen, ob das dann realisierbar ist", so Fabian Prause. Und Kaufmann forderte Abhilfe gegen den Schießlärm aus Leibstadt, der eine Zumutung sei.

Josef Amann stellte dem Kandidaten schließlich die Dogerner Gretchen-Frage: "Wie halten Sie es denn mit dem Rathaus?" Fabian Prause erklärte den gespannten Zuhörern: "Ich hab noch keine Meinung dazu." Es sei wichtig, das Thema auf eine sachliche Ebene zu bringen.