Endgültig in der Hand der Narren befindet sich Dogern seit dem gestrigen Schmutzigen Donnerstag. Bereits um fünf Uhr in der Früh begaben sich die Geltentrommler und der Musikverein auf ihre Runde durch das Dorf, um die Bevölkerung auf den endgültigen Anbruch der fünften Jahreszeit aufmerksam zu machen. Traditionell machten sie im Kindergarten und in der Grundschule Station, um die Kinder aus den Fängen ihrer Erzieherinnen und Lehrer zu befreien.

Die nächste Station war das Rathaus. Nur widerwillig rückte Bürgermeister Matthias Guthknecht den Rathausschlüssel und die Gemeindekasse an den Wiischmöckcher-Präsidenten Volker Ebi heraus. Der Übermacht der Narren war er unterlegen. Der Blick in die Kasse allerdings ließ kaum Freude aufkommen: Zum Überleben bis zum Aschermittwoch dürfte der Inhalt für die vielköpfige Wiischmöckcherschar nie und nimmer ausreichen.

Seit Jahren ein fester Bestandteil der Dogerner Dorffasnacht sind die Zäpfliwiber, die alljährlich in anderer, fantasievoller Gewandung auftreten. In diesem Jahr zeigten sie sich als schwarz gekleidete ältere Damen. Es verstand sich von selbst, dass sie beim Sturm auf das Rathaus dabei waren. Herzhaft schluchzend beklagten sie bei Bürgermeister Matthias Guthknecht den anstehenden Verlust des alten Rathauses. Wesentlich heiterer ging es am Nachmittag zu, als sie sich, in Anlehnung an eine neue Gepflogenheit der Dogerner Seniorinnen, in den Wohnungen ausgewählter Bürger strickend zur Stubete niederließen.

Bürgermeister Matthias Guthknecht (rechts) blieb nur die Kapitulation mit der Übergabe des Rathausschlüssels an Wiischmöckcher-Präsident Volker Ebi (links).
Bürgermeister Matthias Guthknecht (rechts) blieb nur die Kapitulation mit der Übergabe des Rathausschlüssels an Wiischmöckcher-Präsident Volker Ebi (links).

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