Der Verein zur Förderung der Geschichte der ehemaligen Grafschaft Hauenstein blickt im kommenden Jahr auf die 650-jährige Historie zurück. Bei der Hauptversammlung am 12. März um 19 Uhr im Gasthaus „Hirschen“ in Dogern wird es einen Vortrag „das Ende des Klosters St. Blasien und Neuanfang in St. Paul in Kärnten“ geben. Dem Thema wird sich Thomas Mutter aus St. Blasien widmen.

Die geschichtlichen Nachforschungen des Heimatforschers Heinrich Dold gehen weit über den üblichen Rahmen hinaus. So wurde außer mit dem Generallandesarchiv in Karlsruhe auch mit dem St. Blasier Nachfolgekloster im österreichischen St. Paul im Lavantal Kontakt aufgenommen. Dabei gab sich Altredmann Dold nicht mit schriftlichen oder telefonischen Auskünften zufrieden, sondern reiste begleitet vom stellvertretenden Einungsmeister Klaus Martin aus Dogern nach Kärnten.

Während dem mehrtägigen Aufenthalt war es den beiden gelungen, aus zwei starken Bänden mit in Latein und Deutsch verfassten Briefen und Verträgen mit den Einungsmeistern aus dem 16., 17. und 18 Jahrhundert gefüllt, 100 kopierte Seiten für die eigene Geschichtsforschung zu erhalten. „Es kommt noch eine Menge Arbeit auf uns zu“, so Heinrich Dold, begeistert über die Auskunftsfreudigkeit des Klosterarchivars.

Nachdem im letzten Jahr der Abt des Klosters verstorben war, wurde ein Prior vom Kloster Göttweig als Verweser bestellt. Im Gespräch mit dem Administrator Pater Maximilian Krenn erfuhren die beiden Dogerner, dass auch das Kloster Göttweig eine Gründung der Patres vom Kloster St. Blasien war. So war es für Heinrich Dold und Klaus Martin ein Selbstverständnis, dieses als Weltkulturerbe ausgezeichnete Kloster Göttweig gegen Ende des fünftägigen Aufenthalts auch zu besuchen.

Während der Führung durch die gesamte Klosteranlage St. Paul war der Gang zur Gruft der Habsburger, in der die Gebeine der Urahnen lagen, für die beiden Besucher ein berührendes Erlebnis. Damals hatten die Patres aus St. Blasien mit großen Mühen aus Königsfelden und Basel Särge nach St. Paul mitgenommen zur sicheren Bestattung in ihrem in der Ferne liegenden neuen Kloster.

Vereidigung: Am Dienstag, 10. März, 14.30 Uhr, laden die historische Einungsmeisterversammlung und der Redmann der ehemaligen Grafschaft Hauenstein zur feierlichen Vereidigung des neuen Redmanns, Gerhard Neugebauer aus Rickenbach, in die Einungsmeisterstube im Gasthof „Hirschen“ in Dogern ein. Der „Waldvogt“ (Landrat) übernimmt die Vereidigung.