Die erste Dogerner Dorffasnacht fand im Jahr 1952 statt. Initiiert wurde sie von der am 6. Januar 1952 gegründeten Wiischmöckcherzunft. Eine große Unterstützung fand diese bei der Dorfbevölkerung und den Vereinen. Am schmutzigen Donnerstag des gleichen Jahres war es dann soweit. Angeführt vom Musikverein fand ein Hemdglunkiumzug statt. Der Höhepunkt freilich sollte am Fasnachtssonntag folgen. Ein aus zwölf Wagen bestehender Umzug und eine Vielzahl von Fußgruppen bahnten sich den Weg durch das Dorf. Nicht minder eindrucksvoll gestaltete sich das Spiel um den "Fass-Fridli" (Max Bächle), das an historischer Stätte im Hirschen aufgeführt wurde. Da waren sogar die Gäste aus der Narrenhochburg Waldshut voll des Lobes.

Um auch finanziell auf gesicherter Basis zu stehen, wurden in den folgenden Jahren die Umzüge am Schmutzigen Donnerstag und am Fasnachtssonntag durch einnahmeträchtige Veranstaltungen erweitert. Alljährlich fanden Preismaskenbälle statt, und zu einem festen Termin im Narrenfahrplan wurde bald der "Bunte Dorfabend" am Fasnachtsmontag. Eine weitere Sorge der ersten Jahre galt der Beschaffung von geeigneten Kostümen und Masken. Letztere fertigte der über die Ortsgrenzen hinaus bekannten Holzschnitzermeister Hans Brudsche.

Besondere Verdienste um die Gestaltung der Dogerner Fasnacht erwarb sich in den folgenden Jahren Rektor Anton Englert. Als versierter Kenner der Dorfgeschichte schrieb er mehrere Theaterstücke. Und er war es auch, dem die frisch gegründete Zunft eine eigene "Hymne" verdankt. In Würdigung dieser Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Ein besonderes Ereignis verzeichnet das Protokollbuch aus dem Jahr 1973. Aus der Presse hatte man erfahren, dass der damalige Außenminister und spätere Bundespräsident Walter Scheel in Frankreich zum "Ritter der Weinschmecker" ernannt worden war. Dies griff die Zunft auf und ernannte Scheel, dessen Zustimmung stillschweigend voraussetzend, zum Ehrenmitglied und lud Scheel zu einem Besuch in Dogern ein. Schon nach wenigen Tagen traf die Antwort ein. Scheel dankte für die "hohe Ehre" und stellte in der Tat einen Besuch in Dogern in Aussicht. Dazu sollte es allerdings nicht kommen.

Einen weiteren Höhepunkt in der Vereinsgeschichte brachte das Jahr 1984. Im "Winkel" weihte die Zunft einen Narrenbrunnen ein, der von Steinmetzmeister Fritz Ebi aus Waldshut geschaffen worden war. Selbstverständlich war es, dass nicht Wasser, sondern Wein aus dem Rohr floss. Alle neuen Mitglieder werden seither vor ihrer Aufnahme an dieser Stelle getauft, natürlich mit Wein. "Wir geloben, den Wein allzeit in Ehren zu halten und das hohe Ansehen der Zunft zu stärken", heißt es unter anderem in der Gelöbnisformel.

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