Zirkusatmosphäre herrschte am Samstagabend und Sonntagnachmittag in der Dogerner Gemeindehalle. Aber es gastierte kein echter Zirkus im Dorf. Vielmehr veranstaltete der Musikverein sein Jahreskonzert, das unter dem Motto „Zirkus MV Delli“ stand. Dem Versuch, ein Konzert einmal anders zu gestalten und dabei ganze Familien zum Besuch zu animieren, war ein voller Erfolg beschieden. Beide Veranstaltungen waren ausverkauft, das Programm reihte einen Höhepunkt an den anderen und die Besucher, rund 350 pro Tag, waren begeistert.

Die Manege, begrenzt durch Strohballen, war mitten in der Halle aufgebaut. Dahinter saßen die aktiven Musiker, die Mitglieder der Jugendmusik Albbruck-Dogern nahmen auf den Abgrenzungen Platz und die Zuhörer links und rechts auf ansteigenden Rängen. Die Musik bildete den Hintergrund für das Geschehen in der Manege, wie im echten Zirkus also.

Alle Interpreten, sowohl die Aktiven unter der Leitung von Birgit Trinkl als auch der Nachwuchs unter Eckehard Heinrich, gefielen durch ein ausgereiftes Musizieren auf beachtlichem Niveau. Sie verstanden es, echte Zirkusatmosphäre in die Halle zu tragen. Die einzelnen musikalischen Vorträge waren ganz auf das Motto ausgerichtet, zu hören waren Titel wie „Säbeltanz“, „Eye of the Tiger“ oder „Erinnerungen an Zirkus Renz“. Zahlreiche Stücke animierten die Zuhörer zum Mitklatschen.

Recht turbulent ging es unterdessen in der Manege zu. Da tummelten sich wilde Affenhorden (Grundschule Dogern), edle Pferde (Steckenpferde, Kulturama Dogern) warteten mit reifen Dressurleistungen auf, und prächtige Tiger (Kulturama) zeigten beachtliche Kunststücke, unter anderem Sprünge durch einen (vermeintlich) brennenden Reifen.

Große Aufmerksamkeit fand das Jonglieren mit Bällen und Keulen durch Schüler der Zirkus-AG des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut. Zu sehen waren ferner die stärksten Männer Dogerns (Johannes Albiez, Daniel Montag, Florian Ziegler und Björn Mainda) und die flinksten Hände Dogerns (Peter Sperling als Xylophon-Solist mit dem bekannten und überaus temporeichen Stück „Erinnerungen an Zirkus Renz“.)

Als Zirkusdirektor und Ansager fungierte Johannes Tröndle, ihm zur Seite stand Sohn Noah als Pausenclown. Der abschließende Dank des Vorstandsmitglieds Berthold Malnati galt in erster Linie den beiden musikalischen Leitern, der Peter-Ebner-Stiftung „Pro Dogern“ und der Vogelbacher-Zabel-Stiftung als Sponsoren und nicht zuletzt Annette Sperling, die die Verantwortung für die Gesamtinszenierung trug.

Zum Heimgehen unmittelbar nach der musikalischen Zirkus-Aufführung bestand keine Notwenigkeit, denn umsichtig und gastfreundlich hatten die Veranstalter auch an eine Zirkusküche gedacht. Popcorn für die Kinder und Currywurst für die Erwachsenen waren nur zwei von mehreren, zum Motto des Konzerts passenden, kulinarischen Angeboten.