Muss es unbedingt New Orleans sein? Wer im Kreis Waldshut zu Hause ist, der kann sich auch in der „Oase“ des Sedus-Stoll-Werkes in Dogern seinen Wunsch erfüllen, hochkarätigen Jazz live zu erleben. Nicht so oft, aber mindestens einmal im Jahr. Initiator der Konzertreihe „Jaaazz am Hochrhein„ ist das Kreiskulturamt, das in enger Zusammenarbeit mit dem Büromöbelhersteller das anspruchsvolle Programm auf die Beine stellte.

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Begrüßt wurden die fast 400 Besucher vom Vorstandsmitglied Karlheinz Osten, der an die lange Konzerttradition seines Hauses erinnerte und sich darüber freute, dass die Oase „immer wieder wunderbar voll besetzt ist“. Dabei nahm er die Gelegenheit wahr, auf die nächsten Konzerte der Reihe hinzuweisen, die am 28. März und am 14. November 2020 stattfinden.

Energetischer Live-Auftritt

Am Samstag war das Quintett Jazzodrom aus Österreich zu Gast, das mit seinem hoch energetischen Live-Auftritt für Spannung sorgte und das Publikum schnell in seinen Bann zog. Immer mehr gelangten die Musiker mit ihrem speziellen, unverkennbaren Sound in Hochform: Frontman Andreas See (Saxophon), Gerd Rahstorfer (Trompete und Flügelhorn), Martin Wöss (Keyboards), Christian Wendt (Bass und Gitarre) und Alex Pohn (Schlagzeug). Verstärkt wurde das fließende Zusammenspiel durch die integrative Kraft und die leidenschaftliche Stimme des Soul-Sängers Pete Simpson.

Er scherzt gern mit dem Publikum: Soul-Sänger Pete Simpson.
Er scherzt gern mit dem Publikum: Soul-Sänger Pete Simpson. | Bild: Manfred Dinort

Im Fachjargon klingt das so: „Da treffen fragile Motive auf urbane Grooves, samtige Hooks auf kompromisslosen Breakbeat und rauchige Akustiksounds auf moderne Elektronik.“ Und: „Jazzodrom schafft eine erstaunliche, überaus stimmige Synthese aus den Traditionen des Soul-Jazz und den vielfältigen Einflüssen, die jedes einzelne Mitglied aus seinem so heterogenen künstlerischen Wirken einbringt.“

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Erst stimmten die Musiker das Publikum mit einem sanften Sound in ihr Programm ein, bevor die Solisten die ersten Akzente setzten. Dann folgte die Begrüßung: „Wir freuen uns sehr, hier spielen zu dürfen“, schmeichelte Bandleader und Frontmann Andreas See. „Unser Ziel ist, mit guter Musik besondere Akzente setzen.“

Musiker nehmen Fahrt auf

Dann nehmen die Musiker wieder Fahrt auf. Gespielt wird der Titel „Movement Number one“, der sich durch einen abwechslungsreichen Sound auszeichnet. Immer wieder wechselt der Saxophonist in die zweite Reihe, um dem Trompeter die Ehre zu erweisen. Dann geht es über zum Titelsong des dritten Albums „Another World“, wieder mit vielen solistischen Glanzpunkten und rhythmischen Höhepunkten. Dann tritt Pete Simson auf.

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Er kommt in Strümpfen und erklärt sein Missgeschick. Dann läuft es auf der Bühne wieder rund. Beim Finale kommt es zu einem Abstecher in die Popmusik: „Love ist in the Air“. Als Zugabe stimmt Pete Simpson eine Elegie an, in der er die Missstände in der Heimat seiner Vorfahren beklagt: „What‘s going on?“ Das Publikum klinkt sich ein, klatscht mit und stimmt in den Refrain ein.