Fabian Prause ist seit 100 Tagen als Dogerns Bürgermeister im Amt. Er ist mit seinem Start vollauf zufrieden. Im Interview blickt der 30-Jährige zurück und nach vorne.

Herr Prause, wie fällt Ihr Fazit nach 100 Tagen als neuer Rathaus-Chef in Dogern aus?

Durchweg positiv! Ich bin toll aufgenommen worden. Ich verspüre eine richtige Aufbruchstimmung innerhalb der Gemeinde, was mich sehr freut. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und macht viel Spaß.

Dogern zählt mit knapp 2400 Einwohnern und zu den kleinsten Gemeinden im Landkreis. Wie muss man sich den Alltag als Vollzeit-Bürgermeister in einer Mini-Ortsverwaltung vorstellen?

Als Bürgermeister einer kleinen Gemeinde habe ich den Anspruch, an fast allen Hauptversammlungen und Geburtstags- sowie Hochzeitsjubiläen persönlich zu erscheinen. Ein Punkt, warum ich mich in Dogern beworben habe und der sich nun bestätigt, ist, dass man als Bürgermeister in einer kleinen Gemeinde auch Sachbearbeiter ist. Somit bin ich auch sehr ins Alltagsgeschäft eingebunden. Es ist mir wichtig, zu wissen, was in der Gemeinde läuft und wo wir bei den einzelnen Projekten stehen.

Haben Sie aus Ihren Erfahrungen in der Verwaltung der Großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen Neuerungen im Rathaus-Alltag eingeführt?

Ich habe eine funktionierende Verwaltung mit tollen engagierten Mitarbeitern vorgefunden. Somit muss ich das Rad nicht neu erfinden. Besonderen Wert lege ich auf den regelmäßigen Austausch. So habe ich eine wöchentliche Amtsleiterrunde eingeführt. Des Weiteren sehe ich die Verwaltung als Dienstleister: Die Bürgerinnen und Bürger sollen wissen, dass die Türen in unserem Rathaus – selbstverständlich auch meine – für alle offen stehen.

Sie haben Ihr Amt auf dem Höhepunkt des Streites um einen Rathaus-Neubau angetreten. Mittlerweile haben die Wähler das Bauvorhaben auf dem Vorplatz der Gemeindehalle klar abgelehnt. Haben Sie sich damit abgefunden, Ihre Amtszeit im bestehenden Rathaus zu absolvieren oder werden Sie einen neuen Anlauf für einen Neubau unternehmen?

Ich habe bereits bei der Info-Veranstaltung zum Bürgerentscheid klar kommuniziert, dass für mich ein Neubau auf dem Hallenvorplatz aktuell nicht in Frage kommt, da viele Fragen ungeklärt sind. Ich möchte eine gesamthafte Planung für unsere Gemeinde entwickeln und ein Investitionskonzept für meine Amtszeit vorlegen. Es ist klar, dass wir auch für das Rathaus eine Lösung brauchen, ob das ein Neubau sein muss oder eine Sanierung, ist dann zu klären. Denn neben Rathaus und Kindergarten haben wir ja auch noch das Thema Feuerwehr sowie die Sanierung des Hallenvorplatzes und des Schulhofs.

Welches Projekt ist das drängendste?

Der Kindergarten! Hier haben wir dringenden Handlungsbedarf. Wenn wir weiterhin eine familienfreundliche Gemeinde sein wollen, brauchen wir ein zukunftsfähiges Betreuungsangebot. Das ist im jetzigen Gebäude nicht mehr gegeben. Ich bin daher dem Gemeinderat sehr dankbar, dass wir in der Sitzung im Februar einstimmig einen Kindergarten-Neubau beschlossen haben. Die Verwaltung ist nun damit beschäftigt, geeignete Standorte zu suchen.

Sie wohnen seit einem Jahr in Dogern; was finden Sie hier am tollsten?

Dogern ist eine Gemeinde, wo man sich wohlfühlen kann. Ich genieße es gemeinsam mit meiner Partnerin sehr, dass wir alles zu Fuß erledigen können und dass es beim Thema Grundversorgung an nichts mangelt. Auch bin ich sehr stolz auf unsere Vereine und unsere vielen ehrenamtlich Engagierten.

Fragen: Rafael Herrmann

 

Zur Person

Fabian Prause wurde am 1. Oktober zum Bürgermeister von Dogern gewählt. Zuvor leitete er das Straßenverkehrsamt der Stadt Waldshut-Tiengen. Der 30-Jährige stammt aus Waldshut und wohnt seit einem Jahr in Dogern. Zu seinen Hobbys gehören Fußball, Lesen und Reisen.