Kaum ein Waldbesitzer, der momentan ohne Sorgen ist: Stürme, Trockenheit und vor allem der verheerende Borkenkäfer-Befall sorgen für katastrophale Verhältnisse in der Region. Die Waldbesitzer alleine können die schadhaften oder umgeworfenen Bäume kaum mehr beseitigen. Die Kosten für maschinelle Vollernter sind erheblich und dieses Holz ist nur schlecht zu vermarkten, die Holzpreise sind im Keller. Der Leiter des Forstreviers Albbruck-Dogern, Wolfgang Walz, war mit 50 Betroffenen unterwegs in den Wäldern. Er erklärte: „Lange Zeit wurde das Ökosystem Wald vom passenden Klima begleitet. Auf dessen Veränderungen regiert jetzt die Natur, wobei die Fichte als Erstes ausfällt.“

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Immer wieder beklagen Waldsbesitzer, dass ihr einst als Sparkasse gedachter Wald täglich mehr verschwindet. Die Forstleute sind tagtäglich mit diesen Problemen konfrontiert. Wolfgang Walz führte die Teilnehmer an verschiedene Stellen, um ihnen anhand von Waldbildern im Gemeindewald die Strategie, wie sie auch im Privatwald angewendet werden kann, zu verdeutlichen. Dabei erfuhren die Teilnehmer von Wolfgang Walz und Georg Freidel als neuem Privatwald-Sachbearbeiter und Ansprechpartner für Fördermaßnahmen sowie dem Leiter des Forstbezirks West, Markus Rothmund, Empfehlungen für den Umgang mit stehen gebliebenen Käferholz, Wiederaufforstung und Baumartenwahl ebenso wie zum Thema Wildschutz-Maßnahmen.

Während des Rundgangs am „Roten Kreuz“ in Unteralpfen wurden vor allem die Vorteile der Naturverjüngung, die teilweise als „Bürstenwuchs“ dasteht, deutlich. „Hier die Fichte auszudünnen, zeigt sich als meist unnötige Arbeit“, so die Forstfachleute. Vielmehr sollte mit Douglasie, Buche, Traubeneiche oder Weißtanne ergänzt werden. Ohne Naturverjüngung sei eine ergänzende Pflanzung sinnvoll. Sollte sich allerdings die Brombeere als Problem erweisen, sollte sofort gepflanzt werden, ebenso bei nassen Standorten, wo sich die Roterle als vorteilhaft erweise.

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Abgestorbene, auf der Fläche noch stehende Fichten dienten dem Wald als Beschattung und böten einen gewissen Wildschutz. Käferfichten könnten jetzt auf Unterlagen gefällt und später aufgearbeitet werden, vorausgesetzt es sei kein Brombeerbewuchs zu erwarten.

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Im Bereich Dogern mit gut nährstoffversorgten Böden sei wegen des starken Unkrautwuchses meist Eile geboten. Um am Oberen Berg und in den tieferen Lagen die richtige Baumart zu wählen, sei unbedingt die Beratung durch den Revierförster anzunehmen.