Das HofgutAlbführen hat eine jahrhundertealte Geschichte. Ehemals ein kleiner Bauernhof, steht der Betrieb heute auf mehreren Standbeinen: Hotel-Gastronomie, Land- und Forstwirtschaft – und einem Gestüt, dessen Leitung vor kurzem Pferdewirtschaftsmeister Markus Lämmle übernommen hat. Geschäftsführer des Hofguts ist Kai Huttrop-Hage. Jährlich zieht es zahlreiche Gäste – auch viele Nicht-Reiter – nach Albführen, die ihre Ferien inmitten von Pferden und Natur verbringen möchten. Doch hinter der malerischen Kulisse aus endlosen Weideflächen und historischen Gebäuden bestimmt Knochenarbeit den Alltag.

In insgesamt 11 Ställen sind die Pferde auf dem Hofgut Albführen untergebracht.
In insgesamt 11 Ställen sind die Pferde auf dem Hofgut Albführen untergebracht. | Bild: Marinovic, Laura

Derzeit stehen etwa 150 Pferde in den 11 Ställen, rund 100 von ihnen sind Pensionärstiere, die dauerhaft auf Albführen untergebracht sind. Der Fokus des Gestüts liegt auf der Zucht und Ausbildung. Die hofeigenen Hengste sind für die süddeutschen Zuchtverbände und die Zuchtverbände in Holstein, Mecklenburg und Oldenburg zugelassen. Die Fohlen können auf dem Gestüt aufwachsen und hier ab einem Alter von drei Jahren als Spring- oder Dressurpferd ausgebildet werden. "Ein Pferd kann sein ganzes Leben auf Albführen verbringen", betont Markus Lämmle.

150 Pferde leben auf dem Hofgut Albführen. Sie sind auch im Winter zumindest zeitweise im Freien.
150 Pferde leben auf dem Hofgut Albführen. Sie sind auch im Winter zumindest zeitweise im Freien. | Bild: Marinovic, Laura

Zudem werden in der Reit-Fachschule Albführens Ausbildungen für Trainer angeboten, die ihr Wissen anschließend in Reitstunden an den Reiternachwuchs weitergeben. "Interessenten reisen aus ganz Europa an, um an den Lehrgängen teilzunehmen", so Markus Lämmle. Hofeigene Pferde, die nicht im Spitzensport eingesetzt werden, kommen in der Reitschule als Lehrpferde zum Einsatz.

Die größte Reithalle Albführens wurde erst 2015 erbaut und steht hauptsächlich für das Springtraining zur Verfügung.
Die größte Reithalle Albführens wurde erst 2015 erbaut und steht hauptsächlich für das Springtraining zur Verfügung. | Bild: Marinovic, Laura

Bereiterin Lotte Heuser, die auf Albführen schon ihre Ausbildung zur Pferdewirtin absolviert hat, ist für das Dressurtraining der Sportpferde zuständig; Kollege Marian Müller bildet die Springpferde individuell nach ihrem Leistungsstand aus. Heuser wie auch Müller nehmen internationalen Turnieren der höchsten Schwierigkeitsstufen teil.

Hengst Coupe de Alb mit Bereiter Marian Müller und Gestütsleiter Markus Lämmle (von links).
Hengst Coupe de Alb mit Bereiter Marian Müller und Gestütsleiter Markus Lämmle (von links). | Bild: Hofgut Albführen

Ganz vorne mit dabei ist Schimmelhengst "Coupe de Alb". Mit seinen elf Jahren hat er schon zahlreiche Titel gewonnen, erst in diesem Jahr ging er als Bester aus mehreren Springprüfungen der Klasse S (schwer) hervor.

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Jeder Stall verfügt über Putzplätze, an denen die Pferde angebunden werden können.
Jeder Stall verfügt über Putzplätze, an denen die Pferde angebunden werden können. | Bild: Marinovic, Laura

Um die Pferde bestmöglich versorgen zu können, sind rund 25 Mitarbeiter für ihr Wohlbefinden zuständig. Sie füttern die Tiere, säubern ihre Boxen und sorgen dafür, dass sie genügend Bewegung bekommen. "Mindestens einmal am Tag werden die Pferde zudem geputzt, weil sie geritten und richtig bewegt werden", erklärt Lilli Fink, die für das Marketing auf dem Hofgut zuständig ist. Um das zu ermöglichen, verfügt jeder Stall über gut zugängliche Plätze, an denen die Pferde angebunden und während dem Putzen auch auf mögliche Verletzungen hin untersucht werden können.

Nach einem festgelegten Ernährungsplan bekommt jedes Pferd sein individuelles Futter zusammengestellt.
Nach einem festgelegten Ernährungsplan bekommt jedes Pferd sein individuelles Futter zusammengestellt. | Bild: Marinovic, Laura

Das Futter ist auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Pferdes genau abgestimmt. In regelmäßigen Abständen werden sie gewogen und fotografiert, damit Gewichtszu- und abnahme und körperliche Veränderungen verfolgt werden können. Eine Futterexpertin erstellt anschließend einen Ernährungsplan, der an den Bedarf jedes einzelnen Pferdes angepasst ist.

Die Führanlage: Hier werden die Pferde im Kreis herum geführt und so bewegt.
Die Führanlage: Hier werden die Pferde im Kreis herum geführt und so bewegt. | Bild: Marinovic, Laura

Wenn nicht vom Tierarzt anders angeordnet, wird jedes Pferd täglich bewegt. Je nach Bedarf zählen hierzu neben dem Reittraining auf der Anlage auch Ausritte, Spaziergänge, Longierarbeiten oder das Laufen in der überdachten Führanlage, die jedoch nur ergänzend genutzt wird. "Wir haben trotzdem die Pflicht, jedes Pferd so gut es geht zu bewegen", betont Lilli Fink.

Luxus pur: In jedem Stall steht ein Solarium für die Pferde.
Luxus pur: In jedem Stall steht ein Solarium für die Pferde. | Bild: Marinovic, Laura

Zudem verfügt das HofgutAlbführen über eine ganz besondere Einrichtung: Um die Muskulatur der Pferde zu lockern, sie nach dem Training zu trocknen und um gerade während der Winterzeit für ihr Wohlbefinden zu sorgen, wurde in jedem Stall ein Solarium installiert.