Zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderats Dettighofen waren Helge von Gilsa vom Kreisforstamt Waldshut sowie Revierförster Michael Albrecht eingeladen, um die neue Forstorganisation im Landkreis und die Auswirkungen auf die Bewirtschaftung des Gemeindewalds zu beleuchten. Außerdem bilanzierten sie das Forstwirtschaftsjahr 2018.

Ab Januar 2020 greift die Forstreform. Es sollen weiterhin Ansprechpartner für die Gemeinden zur Verfügung stehen. Vor allem aber sollen hochwertige und vor allem bezahlbare Dienstleistungen für die Waldbesitzer bereitgestellt werden, wie Helge von Gilsa betonte. Aktuell laufen die Neuausschreibungen und Besetzungen der forstlichen Dienstposten. Alle Mitarbeiter müssen sich neu bewerben.

Umstrukturierung der Forstreviere

In der Region wird es eine Umstrukturierung der Forstreviere geben. Revierleiter Michael Albrecht wird nach bisherigen Erkenntnissen für Dettighofen nicht mehr zuständig sein. Aufgrund seiner über 20-jährigen zuverlässigen Tätigkeit hatten zahlreiche Privatwaldbesitzer im Rahmen einer Petition ihr Bedauern über diese Entscheidung bekundet.

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Auch Bürgermeisterin Marion Frei richtete im Namen des Gemeinderats die Bitte an Helge von Gilsa, nach Möglichkeiten zu suchen, dass Michael Albrecht als Förster für die Gemeinde erhalten bleibt. Von Gilsa betonte: „Im Rahmen der Wirtschaftlichkeit wird das schwierig. Ich werde aber ihr Anliegen in den weiteren Entscheidungen bedenken.“

Dettighofen ist eine der drei Gemeinden im Landkreis, die für die angebotenen forstlichen Dienstleistungen des Kreisforstamtes weniger zahlt als bisher. Für Planung, Vermarktung, Verkehrssicherung und Erhalt der ökologischen und sozialen Funktion des Waldes belaufen sich die Kosten auf etwa 5600 Euro pro Jahr, abzüglich Mehrbelastungs-Ausgleich. Der Gemeinderat stimmte schließlich dem Abschluss eines entsprechenden Fünf-Jahres-Vertrags zu.

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Im Rückblick auf das Forstjahr 2018 sagte Revierleiter Michael Albrecht. „Es war ein turbulentes Forstjahr. Borkenkäfer- sowie Eschetriebschäden machten, und machen immer noch, dem Wald sehr zu schaffen, ebenso Sturmschäden.“ Ein unfreiwilliger Mehreinschlag von 200 Festmetern war notwendig. „Auch die Qualität des Holzes ist schlecht und erbrachte daher durchschnittlich nur einen Ertrag von 42 Euro pro Festmeter“, so die Angaben von Albrecht.

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Seit zwei Wochen seien 1300 Festmeter neu befallen und die Aussichten eher schlecht. Daher der unbedingte Appell an alle Privatwaldbesitzer, jetzt einzuschlagen und das befallene Holz rechtzeitig abzufahren. Das vergangene Forstjahr bescherte der Gemeinde bei Ausgaben von rund 22 300 Euro einen Gewinn von knapp 6000 Euro. Der Gemeinderat nimmt das Ergebnis zur Kenntnis.