Die Entwicklung des Gewerbegebiets "Steinäcker" in Berwangen war Thema im Gemeinderat Dettighofen. Neun Gemeinderatsmitglieder sowie interessierte Bürger waren zur jüngsten Sitzung gekommen. Ralf Mülhaupt vom Büro Tillig Ingenieure informierte anhand von Skizzen und Erläuterungen über die Vorgaben zur Erschließung und das weitere Vorgehen zur Verwirklichung dieses Vorhabens.

Große Bedeutung für die Gemeinde

Bürgermeisterin Marion Frei betonte einführend die Bedeutung eines Gewerbegebiets in Dettighofen für die Region. Für die Eigenentwicklung der Gemeinde, in sinnvoller Ergänzung zur Erschließung von Neubaugebieten und der damit verbundenen Neuansiedlung, sei es wichtig, Perspektiven für Gewerbetreibende zu schaffen und vorhandene in der Region zu halten, beispielsweise kleine Büros oder Handwerksbetriebe, die Kapazitätsgrenzen erreicht haben. "Es ist gut, einen Ort gefunden zu haben, der sich durch das Vorhandensein eines Nahwärmenetzes (Biogasanlage) sinnvoll eignet, das Interesse von Gewerbeflächennutzern zu wecken. Natürlich ist sich die Gemeinde bewusst, dass durch die große finanzielle Vorleistung ein gewisses Risiko vorhanden ist."

Die Kosten für das Projekt

Die Gesamtkosten der Erschließung belaufen sich auf circa 750 000 Euro. Das Regierungspräsidium Freiburg beteiligt sich mit 140 000 Euro (brutto, ohne Nebenkosten) für die L 163-Entwässerung. Für die Gemeinde schmerzhaft sind weitere 224 000 Euro nur für die Ableitung und Rückhaltung von Oberflächenwasser. Hinzu kommt ein Betrag von rund 243 000 Euro für Netzzuleitung, Löschwasserbehälter sowie Straßenbeleuchtung. Ein Wirtschaftsförderungsbetrag von 461 850 Euro muss gestemmt werden. Der Landkreis beteiligt sich mit 140 000 Euro (alles ohne Nebenkosten).

Frage nach dem kostendeckenden Preis

"Wir haben das Gesamtpaket, Verbesserung der Trinkwasser- und Löschwasserversorgung in Berwangen sowie Breitbandanschluss, großzügig kalkuliert, um lieber Raum für Einsparungen zu haben – so bei der Leitungsverlegung durch ein Spülbohrverfahren." Kostendeckend wäre beim Verkauf der Gewerbeflächen ein Quadratmeterpreis von 86,13 Euro notwendig. Ein in der Region möglicher Vermarktungspreis liegt allerdings etwa bei 50 Euro pro Quadratmeter. Über die Höhe des Verkaufspreises wird noch verhandelt.

Das Projekt Gewerbegebiet "Steinäcker" kann aus Rücklagen der Gemeinde verwirklicht werden. Die Erschließungsplanung wurde mit einer Gegenstimme und einer Stimmenthaltung beschlossen. Ausschreibungen der Gewerbeflächen können erfolgen.