Das 50-jährige Bestehen ihres Vereins wollen die Ibacher Landfrauen am Sonntag schlicht mit einem gemeinsamen Essen feiern. Denn die großangelegten Feierlichkeiten, die übers ganze Jahr verteilt geplant waren, müssen coronabedingt ausfallen.

Immerhin habe die Kräuterweihe am 15. August stattgefunden, wenn auch in einem eher kleinen Maßstab. Auch eine Chronik hat der Verein anlässlich des Jubiläums erstellt. Die zeugt von den vielfältigen Aufgaben, die die Frauen in ihrer Gemeinde übernehmen. Finanzielle Hilfe in der Not gehört dazu.

„Wir haben viele Spenden erhalten, so dass wir sowohl die Familien, die im vergangenen Jahr durch einen Brand in Bergalingen zu Schaden gekommen sind, als auch die Flutopfer in Rheinland-Pfalz mit unserem Beitrag werden unterstützen können“, berichtet die Vorsitzende Christina Müller. Eine alljährliche Spende gehört ebenso zum Programm der Landfrauen wie Ausflüge oder die Pflege des Kriegerdenkmals oder die Generalreinigung der Gemeindehalle.

Das Angebot der Landfrauen ist vielfältig. Es reicht von Gymnastik- und Fastenkursen über Frauenfrühstück, Kräuterweihe, Erntedank und Adventsfeier bis hin zum Kinderferienprogramm. „Viele wissen gar nicht, was über die Landfrauen alles möglich ist“, meint Christina Müller. So werden über den Verband zahlreiche Aus- und Weiterbildungen angeboten, auch der politische Einfluss des allein in Südbaden 19.000 Mitglieder zählenden Verbandes werde oft unterschätzt. Die Einführung der Mütterrente beispielsweise oder auch das Verbot des Genmaiseinsatzes in der Landwirtschaft seien wesentlich auf das Engagement der Landfrauen zurückzuführen.

Im Gasthaus Urhahn fing alles an

Gegründet wurden die Ibacher Landfrauen 1971 im Gasthaus Urhahn in Unteribach mit 21 Frauen und unterstützt vom Landwirtschaftsamt Bad Säckingen. Nach dessen Auflösung ging die Ortsgruppe zunächst in den Bezirk Waldshut über. Die ersten erhaltenen Aufzeichnungen stammen von 1982, als die Trennung von der Katholischen Frauengemeinschaft Ibach-Wittenschwand erfolgte.

Vom November 1999 datiert die Neugründung des Landfrauenbezirks Hotzenwald mit den Mitgliedern Ibach, Rotzel, Bergalingen und Altenschwand aus dem ehemaligen Bezirk Bad Säckingen. Erste Bezirksvorsitzende von 1999 bis 2015 wurde die Ibacherin Marlene Müller, auf sie folgte 2015 Doris Mutter aus Mutterslehen, die das Amt bis heute ausübt.

Die Ersten Vorsitzenden des Ortsverbandes waren Hilde Maier von 1971 bis 1982, Marlene Müller von 1982 bis 1999, Irmtraud Zehetner von 1999 bis 2008 und seit 2008 Christina Müller. Die Mitgliederzahl wuchs von den anfänglichen 21 Frauen bis 1999 auf 51 an, und diese Zahl halten die Ibacher Landfrauen bis heute. Dennoch hofft Christina Müller auf weitere junge Mitglieder, um auch in Zukunft das seit Beginn erstrebte Ziel der Entwicklung des ländlichen Raums unter der Prämisse der Vereinigung von Tradition und Innovation im Blick behalten zu können.

Zu den Höhepunkten in der Geschichte der Ortsgruppe zählen die etwa Neugestaltung der Vereinsfahne 1990, die bisherigen Jubiläumsfeiern oder die Romreise 2007. Im Jahr 2009 wurde die Kräuterweihe ins Leben gerufen, 2011 das Frauenfrühstück, und von 2012 datiert die Einrichtung der Homepage. Zum 50-Jährigen soll jede Frau einen Mitgliedsausweis erhalten. Die zum Jubiläum erstellte Chronik enthält Daten, einen Pressespiegel, dazu eine Fotogalerie von Wanderungen, Ausflügen, Erntedankfesten, Kräuterweihen, Jubiläen sowie der Romreise. Auch ein Bericht über eine der alljährlichen Wanderungen von Heimatdichterin Erika Buhr in Reimform ist abgedruckt.