Ein großer Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung in Dachsberg hat geplanten Maßnahmen um Waldorfschule, Kindergarten und den zugehörigen Goldenhof in Urberg gegolten. Die Schule wächst, der Kindergarten ebenso. Das bedingt zum einen Erweiterungsmaßnahmen für Schule und Kindergarten, zum anderen damit einhergehend eine Aktualisierung des betreffenden Bebauungsplans.

Klares Ja

Die Dachsberger Gemeinderäte befürworteten ausdrücklich die geplanten Maßnahmen, die sie als Gewinn für die Gemeinde ansehen. Die sich aus der Erweiterung ergebende Verkehrsproblematik müsse im Gespräch mit allen Betroffenen zu einem positiven Ergebnis gebracht werden.

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Andreas Geipel vom Architekturbüro Bauatelier in Schönach stellte die geplanten Maßnahmen vor. Im Bebauungsplan sind bereits Baufenster enthalten, teilweise in direkter Anlehnung an bestehende Gebäude, die nun mit An- und Ausbauten optimal genutzt werden sollen.

Kindergartenerweiterung nicht vorgesehen

Für die Schulerweiterung mit bis zu 325 Schülern wurde der bestehende Bebauungsplan also bereits eingerichtet. Nicht vorgesehen war hingegen die Erweiterung des Kindergartens. Diese erscheint inzwischen jedoch ebenfalls angebracht, um mit einem zeitgemäßen Angebot die aktuellen Bedürfnisse befriedigen zu können.

Kindergartenerweiterung

Neben der bestehenden Gruppe für über Dreijährige, die auf 24 Plätze erweitert werden soll, ist auch die Einrichtung einer weiteren Gruppe für die unter Dreijährigen geplant. Im Einzelnen sieht die Planung vor, den alten, in den Goldenhof integrierten und sanierungsbedürftigen Kindergartentrakt abzureißen und neu zu bauen. Dabei wird die größte Überschreitung des bisherigen Bebauungsplanes notwendig werden.

Erweiterung der Schule

Um Platz zu sparen, sieht die Planung des Ausbaus im Bereich der Schule Fluchttreppen vor, die außerhalb des Baufensters direkt an dieses anschließen. Hierüber wurde das Landratsamt bereits vorab informiert. Bürgermeister Stephan Bücheler erklärte dazu, dass dieses Vorgehen mit einer Ausnahmeregelung realisierbar erscheint.

Mehr Interessenten als Plätze

Die Schule braucht zum einen mehr Klassenzimmer – für die neue erste Klasse sind bereits 33 Interessenten vorgemerkt, schon im vergangenen Jahr konnten nicht alle Interessenten angenommen werden –, zum anderen Räume für den Ausbau der Oberstufe, vornehmlich im Bereich der Naturwissenschaften.

Die Baupläne

Hierfür sind zwei Gebäude geplant, das eine als direkter Anbau an das bestehende Schulgebäude, verbunden durch einen Technikraum mit zusätzlicher Pelletheizung, die zukünftig beiden Gebäuden dienen wird, das andere als Ausbau eines bestehenden Nachbargebäudes. Unter Einhaltung des Bebauungsplans werden diese Gebäude eingeschossig geplant, allerdings mit ausgebautem Dach, dessen Gauben jeweils die vorgegebene Traufhöhe und damit lediglich an diesen Stellen auch die Gesamthöhe überschreiten. Auch diese Ausnahmeregelungen hält die Verwaltung der Gemeinde Dachsberg für akzeptabel.

Verkehrssituation

Bürgermeister Stephan Bücheler sprach die sich aus der Erweiterung ergebenden Notwendigkeiten hinsichtlich des anzunehmenden verstärkten Verkehrsaufkommens an. Der Bebauungsplan weist bisher keine Stellplatzflächen aus. Dies soll nun nachgeholt werden. Tatsächlich existieren auf dem Gelände diverse Schotterareale, die bereits jetzt als Parkmöglichkeiten genutzt werden. Diese werden nun offiziell als Stellplätze ausgewiesen. Dennoch sind sich die Parteien darüber im Klaren, dass vornehmlich bei Veranstaltungen diese Flächen bei Weitem nicht ausreichen werden, um allen Gästen Stellplätze anbieten zu können.

Gespräche im Frühjahr

Um ein für alle gangbares Verkehrskonzept zu erstellen, sollen seitens der Gemeindeverwaltung im Frühjahr Gespräche zwischen Straßenverkehrsamt, Südbadenbus GmbH, Polizei, Anwohnern und Schulverein organisiert werden. Eine Patentlösung, so Bürgermeister Stephan Bücheler, sei noch nicht in Sicht. Bisher hält der Bus in Inner-Urberg, die Schüler müssen den Weg von dort bis zur Schule auf der Straße zurücklegen, wo in den Stoßzeiten auch der zusätzliche Pendelverkehr der Schüler- und Kindergarteneltern entlangführt, was auch die Anwohner belastet, erklärte der Bürgermeister.

Lösungsvorschläge

Als mögliche Diskussionsansätze nannte Stephan Bücheler neben einer Geschwindigkeitsbegrenzung auch die Anbindung von Außer-Urberg an den Öffentlichen Personennahverkehr oder einen Shuttleverkehr für die Schüler zwischen Inner- und Außer-Urberg. Dies würde den Bau einer Wendemöglichkeit für Busse im Bereich der Schule voraussetzen. Auch eine zeitgebundene Durchfahrtsbegrenzung für Anwohner, verbunden mit einer Fußweganbindung für die Schule, wäre eventuell denkbar.

Frage nach der Feuerwehr

Gemeinderat Daniel Bücheler brachte angesichts der Nähe des Schulgebäudes zur Durchfahrt zu Goldenhof und Löschwasserteich zudem noch die Frage nach einer sicheren Feuerwehrzufahrt innerhalb des Schulgeländes vor.