„Ibachtal“, „Alpensicht 1“ oder „Lebensbach“ lauten die Titel einiger der Gedichte, in denen Lothar Beckmann Ibach und die Region verewigt hat. Aber wie ist der Bauingenieur a. D. und Autor aus Waldkirch auf den Ort gestoßen, den er offensichtlich so schätzt?

„Ich habe irgendwann gedacht, das ist die richtige Ecke, da hat man nichts mehr vor der Nase“, erinnert sich Lothar Beckmann an seine erste Begegnung mit Ibach. Das müsse um das Jahr 2008 herum gewesen sein. „Ibach ist für mich ein erholsames Fleckchen Erde, sehr ruhig – außer im Moment mit den Fräsarbeiten für das Internet“, erzählt er schmunzelnd.

Und die Sicht auf die Alpen sei genial. Obwohl das mit der Alpensicht gar nicht so einfach war, wie gleich zweien seiner Gedichte zu entnehmen ist. In „Alpensicht 1“ beklagt der Autor die Abwesenheit derselben und vergleicht sie mit Bielefeld, das ja angeblich auch nicht existiert. In „Alpensicht 2“ hat es dann aber endlich geklappt mit dem ersehnten Blick.

Außer der Ruhe und der Natur verbinden Lothar Beckmann auch die Begegnungen mit Menschen mit Ibach: „Wenn man ein bisschen kommunikativ ist, bekommt man Anschluss da oben“, sagt er und erzählt von der tollen, friedlichen, netten Atmosphäre beim Skilift beim Tannenhof, der von Ehrenamtlichen betrieben wird. „Da sitzt man draußen vor der Hütte auf der Bank, und die Kinder purzeln den Berg runter“, ergänzt seine Frau Jutta, die inzwischen auch ein regelmäßiger Gast in Ibach ist.

Und der Wirtin des Gasthauses Kranz hat Beckmann mit „Die listige Wirtin“ (geschrieben 2014) ein Denkmal gesetzt. In diesem Gedicht beschreibt er, wie es der Wirtin mit einem angebotenen Schnaps fürs Kind gelingt, ein uneinsichtiges Elternpaar davon zu überzeugen, dass der Nachwuchs seine Butterbrote nicht an ihr Pferd verfüttern darf.

Kontakte nach Dogern, Bergalingen und Herrischried hatte Lothar Beckmann schon früher über die dortigen Boule-Vereine. Der heute 78-Jährige ist selbst begeisterter Boule-Spieler und war Präsident des Deutschen Petanque-Verbandes. Der erste Aufenthalt auf dem Dachsberg fand dann in Urberg statt, aber „da gab es keine Kneipe, wo man sich abends hinsetzen und einen Rotwein trinken kann“, erzählt Beckmann. Und auch keine Alpensicht. „Ibach hat mich dann animiert“, sagt er, auch zum Schreiben.

Los ging es mit dem Dichten, so erinnert sich der Autor, Anfang der 1980er Jahre bei seinem ersten Winterurlaub am Meer, in St. Peter-Ording. „Es ist immer so, wenn ich etwas schreibe, dass mir das zufliegt“, sagt er. Zur Veröffentlichung seien seine Verse nicht gedacht gewesen. Aber dann habe ein Kollege seiner Frau, der immer mal wieder als Rezitator auftrat, eine gemeinsame Lesung vorgeschlagen.

Und Beckmanns Tochter, von Beruf Grafikerin, wollte ein Buch daraus machen. Dieses erschien im Jahre 2015 im Eigenverlag unter dem Titel „Ach, wie lieb‘ ich jene Verse“ und wurde bei Lesungen und in einer Waldkircher Buchhandlung verkauft. Inzwischen gibt es, wenn überhaupt, nur noch Restexemplare. Aber bei Ibachs Bürgermeister Helmut Kaiser und den Wirten des Tannenhofes in Unteribach steht je ein Exemplar im Regal. Und hier in der Infobox findet sich noch ein unveröffentlichtes Werk.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €