Herr Bücheler, Sturm, viel Wasser und dann ein Virus – das Jahr hat wild begonnen und war bislang sehr besonders. Hatten sie schlaflose Nächte?

Ja, denn da musste man sich natürlich einarbeiten und sich mit der Frage beschäftigen, was Corona für unsere Gemeinde, für unsere Bürger bedeutet. Das hat schon zu der einen oder anderen schlaflosen Nacht geführt.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie hat das Virus Ihre Arbeit beeinflusst?

Den Kontakt zu den Bürgern aufrecht zu halten, war in den Monaten nicht ganz so einfach. Veranstaltungen sind immer eine Möglichkeit, mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Kontaktaufnahme über Telefon oder E-Mail hat schon zugenommen, wobei viele Gesprächsthemen um die Coronaverordnungen kreisen. Auch zu Hygienekonzepten gab es viele Fragen.

Welche Gedanken gingen Ihnen durch den Kopf?

Wie gefährlich ist es, welche Einschränkungen muss man in Kauf nehmen? Ganz zu Beginn hatte ich für mich den Anspruch, herauszufinden, wie man sich schützen kann. Später kamen dann viele Informationen vom Land und vom Landkreis. Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert.

Und was hat die Corona-Pandemie bislang tatsächlich für die Gemeinde Dachsberg bedeutet?

Für die Bürger gab es viele Einschränkungen. Erst die Schließung von Kindergarten und Schule und dann das totale Herunterfahren des Vereinslebens. In einer kleinen Gemeinde wie Dachsberg findet das eigentliche Gemeindeleben über die Vereine statt. Besonders betroffen waren Eltern, die die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen mussten. Und es gab auch Bürger mit Existenzsorgen, weil ihre Arbeitgeber stärker betroffen waren.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie haben die Einwohner auf die Situation reagiert?

Die Nachbarschaftshilfe war gleich mal installiert, um betroffene Bürger zu unterstützen. Und schnell wurden auch Straßenkonzerte ins Leben gerufen. So konnte die Situation ein bisschen in Vergessenheit geraten.

Jetzt läuft das Vereinsleben aber wieder langsam an?

Unter Einhaltung der Hygienekonzepte passiert das eine oder andere. Die Vereine haben aber unterschiedliche Auflagen – ganz schwer haben es die Musikvereine. Veranstaltungen sind nicht möglich.

Hat die Krisenbewältigung von Land und Bund Ihrer Meinung nach bislang geklappt?

Es gibt sicher Sachen, die man kritisieren kann. Aber insgesamt war die Krisenbewältigung gut und führte dazu, dass wir bis jetzt mit einem blauen Auge davongekommen sind.

Für die Wirtschaft waren die vergangenen Monate aber schon ein heftiger Schlag, oder?

Die Gewerbebetriebe in Dachsberg sind verhältnismäßig gut durch die Zeit gekommen. Das Handwerk ist indirekt betroffen und es besteht die latente Gefahr, dass die Betriebe negative Auswirkungen verzögert zu spüren bekommen. Im Tourismus sind wir aber sicher stark betroffen gewesen. Die Betriebe müssen Einbußen verkraften, die Gemeinde natürlich auch. Ein zweiter Shutdown, wenn er denn nötig werden sollte, sollte punktueller stattfinden. Man sollte aus den Erfahrungen lernen und dort runterfahren, wo es notwendig ist. Man sollte auch innerhalb von Landkreisen genauer hinschauen.

Wie hoch sind denn die Einbußen der Kommune?

Die Belastung der Gemeinde ist noch unklar. Es wird sicher Mindereinnahmen geben. Diese berücksichtigen wir bei Ausgaben, die wir noch steuern können.

Sind bestimmte Projekte der Gemeinde betroffen?

Der Bau des Glasfasernetzes ist direkt nicht betroffen, die ausführende Firma ist indirekt, wie jedes andere Unternehmen auch, betroffen. Aber das Mammutprojekt läuft, wie auch die Straßensanierung und Baugebietserschließung. Zögerlicher sind wir bei Maßnahmen, die nicht wirklich notwendig sind.

Was erwarten Sie für die kommenden Monate?

Wir stellen uns darauf ein, dass diese besondere Zeit noch eine Weile anhält. Wir müssen davon ausgehen, dass Einschränkungen noch weit ins nächste Jahr hinein bestehen werden. Es ist überhaupt eine herausfordernde Zeit. Auch der Borkenkäfer hat uns im Griff und führt zu weiteren Krisen in unseren Wäldern. Auch als Mitglied der Feuerwehr kann ich schon sagen, dass solche besonderen Ereignisse zunehmen und wir uns darauf vorbereiten müssen.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €