Eine unerwartet große Resonanz fand die Einladung, am Sonntagnachmittag auf dem Dachsberg gemeinsam auf eine Musikwanderung zu gehen. Als Initiative im Anschluss an coronabedingte Balkonkonzerte der beiden in Wittenschwand wohnenden Schwestern Dorle Harrison und Angela Gladstone schufen die Hobbymusikerinnen ein zumindest für Dachsberg ganz neues Format, das mit großem Erfolg gestartet ist und als dauerhafte Reihe weitergeführt werden soll.

Unter Mitwirkung von Sandra Lass, Rachel Jorda und Antonia Vollmöller und gemeinsam mit einer Reihe helfender Hände zur Bewältigung der minutiös eingehaltenen Zugangsbedingungen hatten die Initiatorinnen eine Wanderung mit fünf musikalischen Stationen vorbereitet. Ausgangspunkt war der Parkplatz beim Klosterweiher, von wo es zunächst zum Erlebnisbergwerksgelände der Friedrich-August-Grube ging.

Dort erwartete die Wanderer ein mystisches Erlebnis. Der begehbare Stolleneingang war mit Kerzen erleuchtet, in dem zu einer kleinen Höhle erweiterten Ende des Ganges begrüßte Sandra Lass ihre Gäste mit dem glasklaren Ton unterschiedlicher Klangschalen, gefolgt von Rachel Jordas Stimme in Kombination mit dem weichen Anschlag der großen Trommel. Sandra Lass vervollständigte die Darbietung mit einem Gong, den Ausklang machten Glockenspiele.

Angela Gladstone hatte die Wanderer zuvor dazu angeregt, die Stimmung der Umgebung in Verbindung mit der Musik auf sich wirken zu lassen und sie von Station zu Station weiterzutragen. Entsprechend verließen sie geradezu andächtig die erste Station, um auf dem weiteren Weg, angeführt von einer wechselnden, an Zylinder und geschmücktem Wanderstab erkennbaren Wanderführerin, an der malerisch inmitten hoher Bäume sitzenden flötenspielenden Dorle Harrison vorbeizuschlendern. Kaum waren die Klänge dieser Renaissancemelodien verflogen, lockte das Geigenspiel von Antonia Vollmöller, die sich der Interpretation eines Werkes von Johann Sebastian Bach widmete, auf eine sonnenbeschienene Lichtung. Auch hier, wie an allen Plätzen, an denen die Wandergruppe Halt machte, wiesen Markierungen in Form von steinbeschwerten Tüchern auf die vorgeschriebenen Abstände hin.

Die nächste Station war der Aussichtsplatz an der Kreuzfelsenhütte, wo Harrison und Gladstone mit Cello und Fagott mit ebensoviel Spielfreude wie interpretatorischem Niveau unter anderem mit Kompositionen von Offenbach vom besinnlichen zum eher munter-fröhlichen Teil der Musikwanderung überleiteten. Währenddessen lauschten die Wanderer selbst in meditativer Versenkung, mit ehrfurchtsvollem Blick in die Weite oder aber auch nebenbei Heidelbeeren naschend. Mit Beethovens „Ode an die Freude“ gesellte sich schließlich auch die Geige zu diesem Duo hinzu, bevor es zum Endpunkt der Wanderung am Eingang des Weges zum Kreuzfelsen oberhalb des Dachsberger Hofes ging. Dort gab es noch einen kurzen, flotten Rausschmeißer-Blues und die Wanderer durften endlich die ganze angesammelte Beifallsfülle über dieses ausgesprochen gelungene Erstlingswerk loswerden.