Auch im Jahr 2021 kann Ibach, im Wesentlichen aufgrund der neuen Vorgaben der doppischen Buchführung, keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Die mit der Einführung dieses Systems geforderte Abschreibung allen Gemeindeeigentums, so Bürgermeister Helmut Kaiser, wird auch in Zukunft nicht erwirtschaftet werden können. „Wir leben von der Substanz, Investitionen werden nicht aus eigener Tasche möglich sein“, kommentiert er die finanzielle Gratwanderung, die die Gemeinde jedes Jahr zu gehen hat.

Rechner Michael Denz erläuterte die gegenüber dem Vorjahr kaum veränderten Ansätze für den Haushaltsplan 2021. Lediglich den Gewerbesteueransatz hat er aufgrund des guten Ergebnisses im Jahr 2020 um 2000 Euro erhöht. Auch die Grundsteuer wurde leicht erhöht. Das Defizit bei der Wasserversorgung konnte durch die Ende 2020 beschlossene Gebührenerhöhung auf verbleibende 4000 Euro verringert werden, erläuterte er.

Im neuen Jahr wurde die Ermittlung der Bedarfsmesszahl neu geregelt. Bislang nur an der Einwohnerzahl festgemacht, orientiert sie sich dank des unablässigen Einsatzes der Bürgermeister der kleinen Flächengemeinden nun zudem an der Flächengröße. Damit erhöhen sich, sofern alle übrigen Parameter gleich bleiben, die Schlüsselzuweisungen für diese Gemeinden. Im Falle Ibachs mache das immerhin einen Betrag von 20.000 Euro aus, erfuhren die Ratsmitglieder. Für das Gesamtergebnis ergibt sich damit letztlich ein Haushaltsdefizit von 37.900 Euro.

Aufgrund der Außenstände im Rahmen des Breitbandausbaus wurde der Kassenkreditrahmen auf 200.000 Euro angehoben. Für Ende 2021 erhofft sich die Gemeinde allerdings bereits erste Einnahmen durch Abrechnungen aus den Breitbandverträgen.

Für die Erschließung des geplanten Baugebietes „Mittlerer Berg“ wurden 25.000 Euro veranschlagt, außerdem ist eine Einnahme von 70.000 Euro für Grundstücksverkäufe anvisiert. Ein Tagesordnungspunkt betraf dann auch direkt das Bebauungsplanverfahren „Mittlerer Berg“. Die Gemeinde hat den Wunsch, dort ein Wohnbaugebiet auszuweisen. In diesem Zusammenhang wurde der Gesamtbereich aufgeteilt in ein abgegrenztes Gewerbegebiet, ein als Puffer dienendes Mischgebiet sowie das geplante Wohngebiet.

Diese Abstufungen sollen den Wohnbereich immissionstechnisch absichern. Hierzu hat das Gremium aktuell für rund 6000 Euro die Erstellung eines Immissionsgutachtens in Auftrag gegeben. Vorgesehen sind für das neue Wohngebiet sieben oder acht Bauplätze mit je nach letztlich realisierter Variante zwischen 600 und 1000 Quadratmetern Größe. Der Bürgermeister konnte anmerken, dass bereits mehrere Interessensbekundungen von Bauwilligen vorlägen.