Eltern von Schülern der Freien Waldorfschule Urberg in Dachsberg haben eine Bus-Aktion von 20. September bis 1. Oktober ins Leben gerufen. Dabei werden so viele Kinder wie möglich morgens mit einem eigentlich zu frühen Bus aus dem Süden nach Urberg fahren, um der SBG zu zeigen, dass Schüler der Schule durchaus Bedarf an einer geeigneten Busverbindung haben. Auch nachmittags werden sie mit dem bereits überfüllten Bus nach Hause fahren. Die SBG wurde im Vorfeld über die Aktion informiert und zählt in diesen zwei Wochen die Kinder. Eine an die Schulzeiten angepasste Busverbindung aus Görwihl über den südlichen Dachsberg nach Urberg gibt es bislang nicht, wodurch die Familien letztlich dazu gezwungen sind, die Kinder mit dem eigenen Auto zu fahren.

Eine Unterschriftenaktion hat ergeben, dass mit einem zeitlich angepassten Bus 64 Kinder fahren würden, die ohne diesen Bus gezwungen sind, mit einzelnen Autos oder in Fahrgemeinschaften den Schulweg zu bewältigen (sogenannte Elterntaxis). Die Busfahrt würde eine deutliche Entlastung für das Dorf, aber auch für die Familien der Schüler darstellen, sodass diese ein entsprechendes Angebot mit Sicherheit nutzen würden.

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Die Kinder wohnen in Görwihl, auf dem südlichen Dachsberg, aber auch weiter entfernt, und würden dann in einen geeigneten Bus zusteigen. Das würden die Eltern akzeptieren, obwohl der Eigenanteil an Busfahrkarten für Grundschüler von 80 Euro auf 190 Euro angestiegen ist.

Der einzige Bus

Der Unterricht an der Freien Waldorfschule Urberg beginnt um 7.50 Uhr. Der einzige Bus, der Urberg aus dem Süden rechtzeitig anfährt, kommt schon um 7.08 Uhr im Dorf an. Das ist besonders für die kleineren Kinder wegen der lange Wartezeiten keine geeignete Verbindung, außerdem würden sie im Winter noch bei Dunkelheit ankommen. Nach Ansicht der Eltern wäre Abhilfe relativ leicht zu schaffen, da sie beobachten, dass im Grunde durch eine geringfügige Anpassung der Streckenführung einer der späteren Busse, die St. Blasien ansteuern, den Weg über Urberg nehmen könnte, ohne für die Waldorfschüler, die vom Dorf aus noch ein Stück zu Fuß gehen müssen, zu spät zu kommen.

SBG sieht keinen Bedarf

Bislang stießen Bemühungen um einen passenden Bus bei der SBG auf taube Ohren. Eines der hauptsächlichen Argumente der SBG ist, dass es keinen Bedarf an einem zusätzlichen Bus gebe. Diesen Bedarf wollen die Eltern mit der Bus-Aktion klar signalisieren. „Ich bin wirklich wütend, dass die SBG die Kinder dieser Schule nicht wahrnimmt“, sagte eine Teilnehmerin an der Aktion.

Die Situation bei einer Stichprobe

Am Dienstag beispielsweise war der Bus beim Ausstieg in Urberg mit 93 Kindern besetzt, von denen nur etwa ein Dutzend nach St. Blasien weiterfuhren. Die Übrigen waren demnach ausnahmslos Waldorfschüler. Die Schule in Urberg hatte aktuell allein für das neue Schuljahr 42 Bewerbungen auf die 24 Plätze in der ersten Klasse. Schon an dieser Zahl sollte deutlich werden, wie dringlich eine Neubewertung der Bussituation für alle Beteiligten ist.