Mit spritzigen Dialogen, einer pfiffigen Inszenierung und schauspielerischem Können begeisterten die Theaterfreunde Dachsberg um Autorin und Regisseurin Karin Steinebrunner bei ihrer Aufführung an den Kohlemeilertagen. „Erbe gut – alles gut“ hieß es zu guter Letzt in dem Theaterstück, in dem auch das 50-jährige Bestehen der Gemeinde eine Rolle spielt.

Friseur Anton (Markus Berger) versucht Wilhelm (Helmut Kaiser) wieder für seinen Neffen zu erwärmen.
Friseur Anton (Markus Berger) versucht Wilhelm (Helmut Kaiser) wieder für seinen Neffen zu erwärmen. | Bild: Christiane Sahli

Der Inhalt: Seit der Explosion seines Hauses kann Wilhelm (gespielt von Ibachs Bürgermeister Helmut Kaiser) keinen Lärm mehr ertragen. Der schlitzohrige Friseur Anton (Markus Berger mit sehenswerter Mimik) hat die Idee, den unleidlichen Grantler durch eine Heirat mit einer stillen Frau zu kurieren. Da kommt Wilhelms Neffe Heinrich (Burghard Siegfried) mit seiner Theatertruppe, die ein Theaterstück anlässlich des Gemeindejubiläums aufführen soll, gerade recht.

Die Damen der Truppe geben die Heiratskandidatinnen: Roswitha (Anja Labentsch mit ihrem rheinischen Dialekt ein herrlicher Kontrast zu den alemannisch schwätzenden Darstellern) quasselt ohne Ende, Susanna (Margarethe Romacker) kündigt an, Wilhelm mit Tantra-Massagen verwöhnen zu wollen, und Heinrichs Frau Kamilla (Nicole Philipp) gibt die Hochnäsige und bezeichnet Wilhelm als hergelaufenen Bauern mit der Figur eines Bierbrauers. Die schüchterne und schweigsame Rosa (Barbara Schramm-Neumann) ist ganz nach Wilhelms Geschmack. Am nächsten Tag wird Hochzeit gefeiert, sehr zum Missfallen von Köchin Lisbeth (Karin Steinebrunner) und Putzfrau Hilde (Helga Thombrink), die ein Auge auf Wilhelm geworfen haben.

Aber die Hochzeit ist keine echte, sowohl Notar (Janet Pflister) als auch Pfarrer (Conrad Schierenberg) gehören der Schauspieltruppe an. Nach der „Hochzeit“ zeigt Rosa ihr wahres Gesicht: Sie ist herrschsüchtig und laut. „Der Satansbraten trampelt auf mir rum“, klagt Wilhelm dann. Da hilft nur eine sofortige Scheidung. Aber das ist zu Wilhelm Entsetzen nicht so einfach, wie der „Richter“ (Markus Schlegel) ihm darlegt. Letztlich klärt Heinrich alles auf. Wilhelm ist wütend, aber dann: „Gut habt ihr das gemacht, ich habe jedes Wort geglaubt“, zollt er Heinrich und seiner Schauspieltruppe Anerkennung. Mehr noch: Er setzt Heinrich, den er eigentlich wegen seiner Tätigkeit als Chef der Schauspieltruppe verstoßen wollte, zu seinem Erbe ein.

Und dann war da ja noch etwas: Gleich zu Beginn hatte Heinrich seinem Onkel in Aussicht gestellt, in dem Jubiläumsstück die Rolle des Bürgermeisters zu spielen. Darauf kommt Wilhelm nun gerne zurück: „Das kommt mir gerade Recht“, sagt er unter großem Gelächter des Publikums und donnerndem Applaus. Dann endlich hat Wilhelm aber seine wohlverdiente Ruhe: Während er in seinem Sessel einschlummert, spielt die Musikerin (Angela Gladstone, Fagott) ein Schlaflied: „Schlafe mein Prinzchen schlaf ein“.

Die Inszenierung

Als Vorlage für ihr Stück diente Karin Steinebrunner die Strauß-Oper „Die schweigsame Frau“. Sie hatte die Rollen auf ihre Darsteller zugeschnitten, sagte Anja Labentsch anschließend zum Publikum. Und lachend: „Jetzt wisst Ihr, wie wir ticken.“ Mit den spritzigen Dialogen, ihrem schauspielerischen Können und der durchgehend zu spürenden Spielfreude begeisterten die Theaterfreunde ihr Publikum und wurden mit langanhaltendem Beifall, in den auch Regieassistentin und Souffleuse Mechthild Ehmann und Techniker Lothar Behringer einbezogen wurden, für ihre Darbietung belohnt.