Nach Dachsberg hat es am Montag nun auch in Ibach eine Bürgerversammlung zum Thema Mobilfunk gegeben. Dort war die Veranstaltung aufgrund einer Unterschriftenliste anberaumt worden, die 62 Bürger unterzeichnet hatten.

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Neben Ingo Reinhardt, dem Kommunalbeauftragten der Telekom, Sebastian Döbele, dem Leiter des Baurechtsamts beim Landratsamt Waldshut, sowie den bereits in Dachsberg anwesenden Experten Walter Berner (Landesanstalt für Kommunikation) und wiederum online zugeschaltet Stefan Tophoven und Gunde Ziegelberger (beide Bundesamt für Strahlenschutz) konnte auch Eberhard Bertschinger-Eicke als Vertrauensmann der Initiatoren der Unterschriftenliste einen Vortrag halten.

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Bürgermeister Helmut Kaiser legte in einem kurzen Sachstandsbericht dar, dass die Verwaltung als Standort für einen Sendemast im Suchgebiet Oberibach klar die Nutzung der ehemaligen SWR-Sendeanlage im Wald oberhalb von Oberibach favorisiert. Vorteil dieser Nutzung wäre neben der Lage außerhalb der Wohnbebauung und der Landschaftsverträglichkeit die Einbindung der bereits bestehenden baulichen Bestandteile. Zudem wäre der Ortsteil Mutterslehen im Versorgungsgebiet inbegriffen, die bestehende Sendeanlage in Unteribach könnte sogar entfallen. Lindau hingegen, wo etliche elektrosensible Menschen sowie die Mehrzahl der Mobilfunkkritiker leben, würde nicht mit erfasst. Die Telekom prüfe diesen Standort, berichtete Kaiser.

Ibach als weißer Fleck

In der Folge kam entsprechend den Aussagen diesem Standort besondere Bedeutung zu. Reinhardt zeigte auf einer Karte anschaulich Ibach als derzeit weißen Fleck in der Mobilfunkabdeckung und die nahezu vollkommene Versorgung bei einer Nutzung des SWR-Sendemastes. Auch die Zusage, kommunale Vorschläge vorrangig zu prüfen, hob er nochmals hervor.

Die Strahlung

Döbele erklärte, wenn der bestehende Mast genutzt würde, wäre eine neue Genehmigung gar nicht nötig. Berner rechnete vor, dass beim Schindelhof in etwa 300 Metern Entfernung von diesem Mast eine Strahlung von 4,4 Milliwatt (mW) ankommen würde, während die Nutzung eines Smartphones in eineinhalb Metern Abstand sein Gegenüber mit 35 mW Strahlung belasten würde, ein WLAN-Router im Abstand von drei Metern strahle mit 0,9 mW. Die Strahlung innerhalb des Gebäudes betrage nur noch 0,4 mW, der Grenzwert liege bei 3900 mW. Sein Denkanstoß an jeden Einzelnen schließlich lautete: „Jedes nicht abgerufene Video reduziert Strahlung.“

Abschließend erinnerte Bürgermeister Kaiser daran, dass die heutige Gesellschaft in nahezu allen Bereichen ohne Digitalisierung nicht mehr denkbar wäre. Das gelte auch für Zukunftsprojekte in der Gemeinde Ibach, seien es Mobilitätskonzepte für Senioren, sei es im Tourismus oder bei Unternehmen im ländlichen Raum.