Eine Photovoltaikanlage erzeugt seit einigen Wochen Strom auf dem Goldenhof in Urberg. Sie versorgt sowohl den Hof als auch die Nachbargebäude der Freien Waldorfschule und den im Hof selbst beheimateten Waldorfkindergarten mit Strom. Ermöglicht wurde der Einbau dieser Anlage letztlich zu einem nicht unerheblichen Teil durch eine Spende in Höhe von 25.000 Euro.

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Deren Zustandekommen dürfte eigentlich einem glücklichen Zufall zu verdanken sein. Dies haben Goldenhofbauer Fabian Dreher und Thomas Wälde, Vorstandsmitglied des Waldorfvereins, nun stellvertretend für die coronabedingt entfallene Einweihungsfeier mitgeteilt.

Ein Wunschtraum

Der Wunsch, den eigenen Strom zu erzeugen, habe schon seit vielen Jahren bestanden, erläutert Wälde, sei aber aufgrund der schlechten Finanzlage immer eher ein Wunschtraum gewesen. Bis vor rund 25 Jahren sei der Goldenhof noch gänzlich ohne Stromanschluss gewesen, auch der Anschluss an die Kläranlage sei erst relativ spät erfolgt, wobei die Pumpe, die das Abwasser ins gemeindeeigene Netz befördert, einen hohen Stromverbrauch habe.

Die Spende

Im Rahmen eines Personalausflugs des Landratsamts im Jahr 2017 hatte auch eine Gruppe von Ausflüglern, darunter Reiner Hegar, unter anderem Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) „Energieholz Hochrhein“, den Goldenhof in Urberg besichtigt. Eben bei dieser Besichtigung war auch der Wunschtraum Photovoltaikanlage angesprochen worden.

Die Partner

Am 8. Februar 2018 flatterte dem Hof dann ein Brief ins Haus, in dem Hegar anlässlich der Auflösung der FBG eine Spende in Aussicht stellte. Ein Treffen im Juli mit Fabian Dreher und Thomas Wälde bekräftigte diese Aussicht, die letztlich als Teilfinanzierungsmöglichkeit den Impuls darstellte für das Wagnis, diese Großinvestition gemeinsam mit der beiden Parteien als Pioniere der Photovoltaiktechnik am Hochrhein bekannten Klettgauer Firma Solar- & Energiespeicher anzugehen.

Die Nutzer

Aufgrund der Komplexität der Aufgabe, eine größtenteils tagsüber Strom verbrauchende Institution wie die Schule, kombiniert mit drei auf dem Hof lebenden Familien mit einem Gesamtstromverbrauch, der etwa dem Acht- bis Zehnfachen eines privaten Haushaltes entspricht, optimal zu versorgen, kam nur ein solcher an Erfahrung reicher Fachbetrieb für die Planung infrage.

Die Leistung

Fabian Dreher und Thomas Wälde können Stromerzeugung und -verbrauch der fertigen Anlage mit 30 Kilowatt Peak (kWp) Spitzenleistung, die mit einer voraussichtlichen Leistung von 33.000 Kilowattstunden (kWh) jährlich theoretisch den Eigenbedarf zu 100 Prozent decken könnte, jederzeit über das Internet kontrollieren und aus den dadurch gewonnenen Erkenntnissen Anregungen zur weiteren Optimierung formulieren, um möglichst viel selbst erzeugten Strom auch tatsächlich selbst zu nutzen.

Tipps für die Stromnutzung

Darunter fallen beispielsweise so einfache Tipps, Stromfresser wie etwa die Waschmaschine hauptsächlich tagsüber einzuschalten, möglichst wenn in der Schule nicht viel los ist. Dabei ist es von vorn herein vorteilhaft, dass Schule und Kindergarten ohnehin hauptsächlich tagsüber, also zu der Zeit, in der die Anlage Strom liefert, auch Strom verbrauchen.

Die Gründe

„Der Einbau der Photovoltaikanlage hat durchaus sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Gründe. Ziel ist eine Amortisation der Gesamtkosten von rund 60.000 Euro in zehn Jahren“, formuliert Wälde optimistisch. Weitere Hilfen, die dazu beitragen sollen, sind schon in Planung.

Weitere Projekte

Derzeit wird bereits ein Wasserboiler im Hof installiert, der warmes Wasser für Hof und Kindergarten vorhalten soll. Künftig soll eine Überprüfung zeigen, ob eine Vergrößerung des Abwasserspeichers sinnvoll wäre, damit auch die Pumpe, die das Abwasser ins Netz befördert, nur bei gutem Wetter in Betrieb genommen werden müsste.

Begeisterung

Restlos begeistert sind Dreher und Wälde im Nachhinein davon, dass die Initiative für diesen großartigen Investitionsimpuls von außen kam, in einer Form, die sie sich selbst nie zu erträumen gewagt hätten. „Die ganze Spendengeschichte beruhte auf reiner Vertrauensbasis, ohne jegliche schriftliche Vereinbarung“, meint Wälde noch immer ganz überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft und der damit verbundenen Anerkennung der Arbeit von Hof, Kindergarten und Schule.