Nachbarschaftshilfe ist in unserer Zeit nicht mehr wegzudenken. Die Vereinsvorsitzende Gaby Stich sprach den Helfern des Vereins Bürger für Bürger in Dachsberg ein dickes Lob aus, nicht nur für ihre Einsatzbereitschaft, sondern auch für ihr Feingefühl den Klienten gegenüber. „Oft ist es nicht einfach, die Balance zu finden zwischen Hilfe und Einmischung“, sagt sie. Wann muss man eingreifen, vielleicht auch ohne Aufforderung, was muss man ablehnen, auch aus Gründen des Klienten- wie des Selbstschutzes?

Das gelte nicht nur ganz besonders in Zeiten von Corona, wenn manchem Senior klar gemacht werden müsse, dass es vielleicht ratsam sei, nicht zu jedem Einkauf, jeder Rezeptabholung beispielsweise selbst unterwegs sein zu müssen, betont Stich.

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Auch habe sie lernen müssen, generell einmal „nein“ zu sagen, wenn etwa eine Anfrage ohne ersichtlichen Grund so spontan erfolge, dass sie nur mit größter Anstrengung wunschgemäß zu erfüllen sei, oder wenn, wie jetzt wieder unter Corona, die Telefonate zu häufig nicht per Anrufbeantworter über das Bürotelefon des Vereins erfolgen, sondern bei ihr privat landen.

Nicht leisten könne der Verein die Übernahme der Nachbarschaftshilfe für weitere Gemeinden. Anfragen in diese Richtung habe es bereits mehrfach gegeben. Der Verein Bürger für Bürger sei dagegen gerne als „Geburtshelfer“ für weitere Vereine tätig, wie dies schon in Höchenschwand oder auch im Münstertal der Fall war, sagt die Vereinsvorsitzende Gaby Stich.

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Gleichzeitig warb sie für Helfer unter den Jugendlichen, da derzeit etliche bisherigen jüngeren Helfer aufgrund der Aufnahme eines Studiums oder einer auswärtigen Berufsausbildung nicht mehr zur Verfügung stünden. Auch rüstige Rentner seien natürlich jederzeit willkommen.

Dachsbergs Bürgermeister Stephan Bücheler bedankte sich bei den Freiwilligen, vor allem auch für die sofortige Bereitschaft, zu Beginn des ersten Covid-Lockdowns einen Einkaufsservice sowohl für Dachsberg als auch für die Nachbargemeinde Ibach einzurichten.

Wahlen

Alle Amtsinhaber wurden für weitere drei Jahre wiedergewählt, lediglich als neuer Kassenprüfer wurde Dieter Hierholzer in der Nachfolge von Egon Lützelschwab gewählt. Der Verein hatte zum Ende des Jahres 2019 insgesamt 171 Mitglieder, davon 39 Helfer, von denen aktuell 20 aktiv waren.

Arbeitsbilanz

41 Sprechstunden wurden abgehalten, die Helfer leisteten 672 Einsatzstunden. Drei Vorträge fanden statt, zur häuslichen Betreuung, zur Situation der psychosomatischen Versorgung im Landkreis sowie zur Aufklärung über Trickbetrügereien seitens der Polizei.

Sprechstunde: Montags von 17 bis 18 Uhr im Rathaus in Wittenschwand; außerhalb der Sprechzeiten unter Telefon 07672/990529 oder per E-Mail (kontakt@bfb-dachsberg-ibach.de). Weitere Informationen finden Sie hier.