Ihr 50-jähriges Bestehen feiert die Gemeinde Dachsberg am Wochenende. Das Theater am Kohlenmeiler greift das Thema auf – Autorin und Regisseurin Karin Steinebrunner hat es in ihr Stück „Erbe gut – alles gut“ eingearbeitet. Die Aufführung ist am Mittwoch im Festzelt auf dem Waldsportplatz in Wolpadingen.

Ein Mann, so die Geschichte, leidet seit einem Unfall an einem Handicap – er kann keinen Lärm vertragen. Plötzlich taucht sein Neffe nach langer Zeit wieder auf. Die Freude weicht bald, weil der Totgeglaubte mit einer Theatergruppe erscheint, die ein Stück zum 50-jährigen Bestehen von Dachsberg aufführen soll. Der Barbier im Ort versucht außerdem noch, den gehandicapten Mann mit einer Frau zu verkuppeln. So einfach ist das aber nicht, der Lärmgeplagte braucht eine schweigsame Frau. Schließlich verbünden sich der Barbier und der Neffe: Die dem Onkel vorgestellten Frauen sollen helfen, den Neffen als das kleinere Übel erscheinen zu lassen.

Als Vorlage diente die Strauss-Oper „Die schweigsame Frau“. Der Text stammt von Stefan Zweig, der auf eine ältere Vorlage zurückgriff. Steinebrunner baut das Alemannische ein. Ihre Theaterstücke seien situationsbezogen, berichtete Steinebrunner im Literaturcafé in St. Blasien. Sie bearbeitet Theaterstücke, damit sie in die Region passen. Sie schreibe eher Gedichte oder Kurzgeschichten. Ihre Bearbeitungen unterscheiden sich zum Teil deutlich von den Vorlagen: Aus dem Opern-Ensemble wird eine Schauspieltruppe, die Zahl der Rollen ist häufig kleiner oder der Schauplatz ist ein anderer.

Gerade beim Kohlenmeilertheater sei der Dialekt ein Kernstück. Natürlich könne man nicht einfach den Originaltext in den Dialekt übersetzen, erzählte Steinebrunner im Literaturcafé, denn „mit Sicherheit würde kein Mensch im Dialekt so reden“, Schachtelsätze seien dem Alemannischen beispielsweise fremd. Im aktuellen Dreiakter „Erbe gut – alles gut“ sind der Onkel, der Barbier und die Köchin Dialektrollen, erzählt die Autorin. Eine Darstellerin, die als Mitglied der Schauspielgruppe auftritt, setzt ihren rheinischen Dialekt ein. Und die Intrige erreicht ihr Ziel: Der Onkel wird kuriert, der Neffe ist wieder willkommen. Und der alte Herr will sogar im Jubiläumsstück mitspielen und den Bürgermeister geben.