Zwei Bebauungsplanverfahren hatte der Ibacher Gemeinderat auf der Tagesordnung, das Eine betraf die Ibacher Säge, das Andere das Vordere Feld in Unteribach, wo es um einen Reitplatz geht. Als komplex stellt sich die Planung bei der Ibacher Säge dar.

Zahlreiche Stellungnahmen

Im Januar 2019 war der erste Planentwurf beschlossen worden, was eine erste Runde der Offenlegung nach sich gezogen hatte, vor allem mit Ausführungen der Behörden zum Naturschutz. Zur Einarbeitung sowie zu den Konsequenzen gaben Isolde Britz vom Planungsbüro Stadtbau Lörrach zum planerischen Teil sowie Georg Kunz vom Todtnauberger Unternehmen Kunz GaLaPlan zum Umweltbericht eine Übersicht.

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Die Flut der Stellungnahmen hatte, so Britz, zunächst einmal aus zeitlichen Gründen sowie um die Komplexität in den Griff zu bekommen, quasi als Interimslösung zu einer rigorosen Verkleinerung des Planungsgebiets geführt, allerdings unter Beibehaltung des vollständigen Flächennutzungsplanes. Die gesamte Fläche als Sondergebiet auszuweisen, hat der hierfür zuständige Gemeindeverwaltungsverband St. Blasien im September 2020 beschlossen.

Genehmigungen und Gutachten

Für den Bebauungsplan wurden ein Wassermanagementplan in Auftrag gegeben und intensive Gespräche mit den Umweltbehörden geführt. Zwischenzeitlich sind Baugenehmigungen für Einzelmaßnahmen eingeholt worden, der Eigentümer plant nun Schritt für Schritt die Umsetzung der zum Betrieb der Säge notwendigen Maßnahmen, die zukünftige schrittweise Ausweitung des Bebauungsplans eingeschlossen. Der aktuelle Plan umfasst vier Baufenster für Nutzungen wie Vorbereitung und Säge, Lager, Trocknungs-, sowie Pelletierungsanlage, das angelieferte Holz wird restlos aufgearbeitet.

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Die geforderten detaillierten Untersuchungen zum Aufkommen von Wildtieren wie Fledermäusen, Waldschnepfen, Eulen und Tagfaltern ergaben, so Kunz, keine nennenswerten Erkenntnisse. In Bezug auf die angestrebten Untersuchungen zu Wassertieren, Moosen und Flechten sowie zur Kartierung der Lebensraumtypen konnte in der Diskussion mit den Behörden geklärt werden, dass die Firmenansiedlung diese Bereiche nicht tangieren wird. Zudem wurde die Forderung einer ökologischen Baubegleitung aufgenommen.

Gebiet für den Auerhahn

Letztlich wurden alle relevanten Wünsche und Anregungen in die aktuelle Planversion eingearbeitet und wurden vom Gemeinderat bewilligt. Die Offenlegung geht somit in die zweite Runde. Ein massives Problem hatte die Ausweisung von Ausgleichsflächen dargestellt, da ein Großteil der Fläche aus Wald besteht, und somit für die im Flächennutzungsplan vorgesehene Waldumwandlung sowohl forstrechtlich als auch naturschutzrechtlich ein Ausgleich nachgewiesen werden musste. Dieses Problem hatte den Eigentümer, wie er in der Sitzung verriet, zeitweise stark demotiviert. Dank der rettenden Idee des Försters konnte indes auch diese Hürde genommen werden. Der in Gemeindebesitz befindliche Farnberg soll im Sinne einer Ausgleichsmaßnahme als Auerhahngebiet ökologisch aufgewertet werden. Ein Vertrag mit der Gemeinde ist abgesprochen worden.

Reitplatz für Pferde

Zügig abgehandelt wurde das zweite Anliegen. In Unteribach hat ein Eigentümer einen Carport seit Jahren in einen Pferdestall umgewandelt. Probleme gab es nun, weil er Koppelzäune erstellt hat und einen Reitplatz anlegen wollte, der primär bei Nässe als Ausweichgelände dienen soll. Dafür muss ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden, der diesen Abschnitt als Sondergebiet „Pferdehaltung“ ausweist. Da Änderungen in Bezug auf die bisherige unproblematische Nutzung nicht beabsichtigt sind, stimmte der Rat dem Aufstellungsantrag zu, billigte den Planentwurf und beschloss dessen Offenlage.