Besondere Kohlenrmeilertage gibt es in diesem Jahr in Dachsberg – auch der Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Gemeinde fand in diesem Rahmen statt. Das geplante Frühschoppenkonzert des Musikvereins Urberg im Anschluss daran verkürzte sich angesichts der vielen Gratulanten auf wenige Titel, denn bald bat Bürgermeister Stephan Bücheler zur Verleihung des Ehrenamtspreises und zum In-Glut-Setzen des Meilers.

Der Ehrenamtspreis

Der Ehrenamtspreis der Gemeinde wurde zum zweiten Mal vergeben, für das Jahr 2021. Zwei der drei von den Bürgern vorgeschlagenen und vom Gemeinderat ausgewählten Preisträger waren anwesend: Hermann Schäuble und Markus Maier. Der dritte Preisträger wird in der Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause geehrt.

Den Ehrenamtspreis der Gemeinde überreichte Bürgermeister Stephan Bücheler (Mitte) Hermann Schäuble (links) und Markus Maier (rechts).
Den Ehrenamtspreis der Gemeinde überreichte Bürgermeister Stephan Bücheler (Mitte) Hermann Schäuble (links) und Markus Maier (rechts). | Bild: Karin Steinebrunner

Hermann Schäuble ist seit 1964 Mitglied des Kirchenchors Hierbach und war 47 Jahre lang dessen Vorsitzender. Mit der Fusion 2012 mit dem Ibacher Kirchenchor hat er maßgeblich zum Erhalt des Chorgesangs beigetragen. 1975 war er Gründungsmitglied der Sozialstation St. Blasien und von Anfang an zunächst 30 Jahre stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins und weitere sechs Jahre Vorsitzender. Außerdem ist der Geehrte in der Nachbarschaftshilfe aktiv, beispielsweise in Form von Fahrdiensten für Geflüchtete.

Markus Maier kann mit seinen 30 Jahren auf ein ehrenamtliches Engagement zurückblicken, das andere im gesamten Leben nicht erreichen. Quasi von Geburt an, so Bücheler, ist er Mitglied des TuS Dachsberg, seit acht Jahren in dessen Vorstand tätig und war als Platzwart auf dem Waldsportplatz maßgeblich an den Erschließungsmaßnahmen beteiligt. Außerdem trat er vor 15 Jahren in die Jugendfeuerwehr ein, ist dort inzwischen Ausbilder bei der Jugendfeuerwehr und engagierter Gerätewart seiner Abteilung. Bei den Köhlern ist er nicht mehr wegzudenken und wurde im vergangenen Jahr zum Köhlermeister ernannt. Auch bei den Renovierungsarbeiten im Gemeindehaus Vogelbach 2018 hat er sich unaufgefordert eingebracht.

Der Kohlemeiler

Zum In Glut-Setzen des Meilers erstiegen diesen im Anschluss an die Ehrenamtspreisverleihung Daniela Evers, Martin Kistler und Adrian Probst und schütteten je eine Schaufel glühender Kohle in den Quandelschacht. Daraufhin wurde die Mutterkohle vom letztjährigen Kohlenmeiler eingefüllt, mit einer Holzstange verdichtet, und darüber kamen dann kleinere Holzstücke. Karl Stoll erklärte das Prozedere Schritt für Schritt für die Zuschauer und nach getaner Arbeit gab es den unumgänglichen Schnaps zusammen mit dem dreifachen Ruf: „Gut Brand“.

In diesem Jahr haben die Köhler mit 30 Ster reinem Buchenholz einen relativ großen Meiler errichtet, der voraussichtlich um die 2700 Kilogramm Holzkohle liefern könnte. Da der Meiler im Innern bis zu 450 Grad heiß wird und während der Verkohlung um bis zu zwei Drittel schrumpft, wobei immer wieder Abzugslöcher nachgestochen werden müssen, dürfen nach dem Schließen des Quandelschachts nur noch die Köhler auf den Meiler, der in den ersten Tagen rund um die Uhr bewacht wird. Die Kohlenernte ist etwa auf den 12. und 13. August terminiert.

Damit Interessenten einmal den kompletten Aufbau eines Kohlenmeilers in komprimierter Form live miterleben können, bauten die Köhler an einem Tag auf dem Waldsportplatz zusätzlich einen kleinen Meiler auf, indem sie immer mit kleinen Pausen dazwischen das Holz aufstapelten, ihn dann mit frischem Farn eindeckten und schließlich mit dem Lösch, dem Kohlenstaub vom Vorjahr, abdichteten. Dieser Meiler kann voraussichtlich am kommenden Sonntag geöffnet und die Kohle geerntet werden.

Das Rahmenprogramm

Die Fidelen Dorfmusikanten spielten am Nachmittag für die Gäste im Festzelt auf dem Waldsportplatz Wolpadingen auf.
Die Fidelen Dorfmusikanten spielten am Nachmittag für die Gäste im Festzelt auf dem Waldsportplatz Wolpadingen auf. | Bild: Karin Steinebrunner

Im Zelt auf dem Waldsportplatz in Wolpadingen führten die Zumba-Kids sowie Mitglieder der Jazztanzgruppe Dachsberg ihre Darbietungen auf, später luden Dorle Harrison und Angela Gladstone die Kinder zu einem ersten Kennenlernen der Dachsgeschichte ein, die dann mit diversen Stationen auf dem neuen Dachsweg erzählt werden wird. Die DRK-Rettungshundestaffel Säckingen hatte einen Infostand aufgebaut, ebenso die Jugendmusik Dachsberg. Dort konnte man sogar die verschiedenen Instrumente ausprobieren, dazu gab es Kinderschminken und Infomaterialien der Tourismus-Information in Hülle und Fülle. Im Zelt spielten derweil die Fidelen Dorfmusikanten für die Besucher auf, die sich noch weiterhin von der Feuerwehrabteilung Süd bewirten lassen konnten.