Ein Sommernachtstraum frei nach William Shakespeare, bearbeitet von Regisseurin Karin Steinebrunner, brachten die Theaterfreunde Dachsberg am Mittwoch auf die Bühne im Festzelt am Kohlenmeiler. Bestens aufgelegte Darsteller und eine pfiffige Inszenierung sorgten für einen äußerst vergnüglichen Theaterabend.

Bereits zum fünften Mal bereicherten die Theaterfreunde Dachsberg die Kohlenmeilertage. Ein Sommernachtstraum stand auf dem Programm, Regisseurin Karin Steinebrunner hatte Shakespeares Komödie für diesen Anlass gekürzt, auf die Rahmenhandlung verzichtet und die Handlungsstränge entwirrt.

Bevor die Darsteller jedoch die Bühne betraten, machte sich der Amtsbote (Karin Steinebrunner) im voll besetzten Festzelt erst einmal auf die Suche nach den Sängern des Kirchenchores Hierbach-Ibach und scheuchte diese auf die Bühne, wo sie unter Leitung von Martin Angell den Abend mit drei volkstümlichen Sommerliedern eröffneten.

Als Amtsbote trat Karin Steinebrunner auf, die das Stück bearbeitete und inszenierte.
Als Amtsbote trat Karin Steinebrunner auf, die das Stück bearbeitete und inszenierte. | Bild: Christiane Sahli

Das Schauspiel nimmt seinen Lauf am Tag der Sommersonnenwende. Ausgerechnet an diesem in der Elfenwelt so wichtigen Tag haben Elfenkönig Oberon (Harald Nier) und seine Titania (Anja Labentsch) Streit.

Oberon will der Gattin mit Hilfe seines Hofnarrs Puck (Barbara Schramm-Neumann) einen Streich spielen, mit Hilfe eines Liebeszaubers soll sie sich in denjenigen verlieben, den sie nach dem Wirken des Zaubers als erstes sieht.

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Zwischenzeitlich ist eine Gruppe von Handwerkern erschienen, die sich vorgenommen hat, anlässlich der just am Tag der Sommersonnenwende stattfindenden Hochzeit des Herzogspaares ein Schauspiel aufzuführen. Allerdings zeigt die Truppe wenig schauspielerische Begabung.

Schon die Rollenbesetzung durch den „Regisseur“ (Nicole Philipp) strapaziert die Lachmuskeln, denn ausgerechnet der vollbärtige Flaut (Markus Schlegel) wird für die Rolle der jungen Thisbe ausersehen. Ihr Geliebter Pyramus (Markus Berger) spielt den Liebenden völlig übertrieben und seine Gestik wird im Hintergrund von Puck auf das Köstlichste nachgeahmt. Und die stoische Wand (Gabriele Zimmermann) leiert ihren Text nur monoton herunter.

Inzwischen erwacht Titania nach dem Liebeszauber aus dem Schlaf und verliebt sich prompt in den Darsteller des Pyramus, der von Puck mit einer Eselsmaske ausgestattet wurde. Ein Liebschaft zwischen der Elfenkönigin und dem "Esel" nimmt seinen Lauf, bis Oberon den Liebeszauber beendet.

Titania erwacht nach dem Liebeszauber aus dem Schlaf und verliebt sich in Puck, der unter einer Eselsmaske steckt.
Titania erwacht nach dem Liebeszauber aus dem Schlaf und verliebt sich in Puck, der unter einer Eselsmaske steckt. | Bild: Christiane Sahli

Das Elfenpaar versöhnt sich und sieht sich in der Rolle des Herzogspaares, das nur einmal, begleitet zu den Klängen des Hochzeitsmarsches (gespielt von Musikern der Trachtenkapelle Dachsberg) kurz die Bühne betritt, das Schauspiel an. Die Darsteller waren durch die Reihe bestens aufgelegt und sorgten mit ihrer Darstellung immer wieder für Lacher.

Zwischen Hochdeutsch und Alemannisch

Originell und pfiffig hatte Karin Steinebrunner das Stück auf hohem Niveau in Szene gesetzt. Der Kontrast zwischen dem von einigen der Darsteller gesprochenen Hochdeutsch und dem alemannischen Dialekt der Handwerker, machte einen der Reize der Inszenierung aus.

Musikalisch wurden einige der Elfenszenen, in denen neben dem Königspaar auch einige Kinder mitwirkten, von Martin Angell mit dem Cello begleitet. Großer Beifall belohnte die Akteure. Die Aufführung sei reif für eine größere Bühne, stellte Bürgermeister Helmut Kaiser dann auch fest. Der Abend klang mit einigen Sommerhits, dargeboten vom Kirchenchor, aus.