Trotz widriger Witterungsbedingungen war die Resonanz der Bevölkerung bei der offiziellen Bürgermeisterkandidatenvorstellung in der Dachsberghalle groß. Knapp 200 Bürger waren gekommen, um sich die 30-minütige Vorstellungsrunde von Stephan Bücheler anzuhören. Bürgermeister Helmut Kaiser, zugleich Vorsitzender der Wahlkommission, informierte, dass die geplante Redezeit eingehalten werden sollte, obwohl sich nur ein Kandidat für das Amt beworben hatte.

Von ganzem Herzen Dachsberger

Stephan Bücheler begann seinen Vortrag mit der Beteuerung, von ganzem Herzen Dachsberger zu sein und auch in dieser Gemeinde alt werden zu wollen. Er habe in den vergangenen Wochen mit etlichen Bürgern das Gespräch gesucht und dabei auch vielerlei Anregungen mitgenommen, die er gerne in sein Konzept einfließen lassen werde. In einem kurzen biographischen Abriss seiner Person betonte er dann, er sei es durch seine bisherige Tätigkeit als promovierter Physiker in Forschung und Lehre gewohnt, zielorientierte Lösungen zu entwickeln, als Verhandlungsführer und Diskussionsleiter zu fungieren, Kompromisse zu finden und beherrsche somit einen zugleich fordernden und vorgelebten Führungsstil. Als ausgebildeter Kfz-Mechaniker verfüge er zudem über eine effiziente Arbeitsplanung. Ebenfalls erwähnte er seinen Einsatz bei der freiwilligen Feuerwehr. Bücheler schloss diesen Abschnitt seiner Vorstellung mit dem Hinweis, er sei parteilos und für alle Bürger da.

Gut besucht war die Kanddidatenvorstellung für die Bürgermeisterwahl in der Dachsberghalle.
Gut besucht war die Kanddidatenvorstellung für die Bürgermeisterwahl in der Dachsberghalle. | Bild: Karin Steinebrunner

Mit dem Hinweis, auf dem Dachsberg sei vieles auf den Weg gebracht worden, das es weiter zu verfolgen und zugleich neue Impulse zu setzen gelte, begann er einen recht umfassenden Überblick über die Themen, die Dachsbergs Zukunft in seinen Augen ausmachen. Als erstes nannte er dabei, die Attraktivität für junge Familien zu stärken durch Zugang zu Wohnraum, Arbeitsplätzen in der Nähe, Kindergarten und Schule. Er wolle sich stark machen für den Erhalt von Schule und Kindergarten, wolle Heimarbeitsplätze und Existenzgründungen fördern, Bebauungspläne bedarfsgerecht fortführen, Baulücken schließen und baue dabei auf Zuschüsse im Rahmen der Entwicklung des ländlichen Raums, auf den Ausbau des schnellen Internets.

Angebote für Senioren im Blick

Mit Blick auf den demographischen Wandel, der auch die Gemeinde Dachsberg betreffe, plane er den Ausbau an Angeboten für Senioren, deren verstärkte Einbindung, Räume für Begegnung sowie Verbesserung der Mobilität. Für die anstehenden Investitionen der Feuerwehr wolle er mit den Verantwortlichen gemeinsam ein tragbares, kostenverträgliches Konzept erstellen. Im Blick auf den Klimawandel gelte es, die Oberflächenentwässerung zu verbessern.

Entwicklungspotential für Tourismus

Beim Tourismus sehe er noch Entwicklungspotential, etwa in Form der Ausweisung von Rundwanderwegen mit attraktiven Stationen. Hierbei halte er die Zugehörigkeit zum Biosphärengebiet für eine große Chance. Ohne die Offenhaltung der Landschaft durch die Landwirte sei das nicht zu leisten, daher wolle er auch deren Förderung im Auge behalten. Bezüglich der Zukunft des Waldbestandes mache er sich ebenso Gedanken, wie er das lebendige Vereinsleben unterstützen wolle. All dies zusammen mit Gemeinderat, Verwaltung und Bauhof. Daher plane er zu Amtsbeginn eine Klausurtagung mit dem amtierenden Gemeinderat sowie eine weitere nach den anstehenden Kommunalwahlen. „Transparente und nachvollziehbare Entscheidungsfindung sind mir wichtig“, betonte Bücheler, dabei setzte er auf Bürgernähe, wolle aber ebenso die interkommunale Zusammenarbeit intensivieren.

In der Diskussionsrunde wurden nur wenige Fragen gestellt, etwa nochmals nach der Attraktivitätssteigerung oder danach, wie Eigentümer dazu bewegt werden könnten, Baulücken zu schließen. Bei den Fragen nach neuen Bau- und Wohnformen sowie nach der medizinischen Versorgung des ländlichen Raums verwies Bücheler auf den größeren Zusammenhang der angesprochenen interkommunalen Zusammenarbeit, den Wunsch nach Steigerung der Öffentlichkeitsarbeit etwa in Form eines Neujahrsempfangs notierte er sich.