Die Hierbacher Frauengemeinschaft hatte in den Gemeinschaftsraum in Vogelbach das „original Merkel-Double“ Marianne Schätzle eingeladen, und die Organisatorinnen meldeten bereits Wochen vor dem Termin „ausverkauft“. Die Reihen füllten sich schnell mit erwartungsfrohen Kabarettbesuchern, aber gleich zu Beginn meldete Marianne Schätzle, sie wisse nicht, ob Angela es bei ihrem vollen Terminkalender noch auf den Dachsberg schaffe.

Plaudern ohne Punkt und Komma

Also unterhielt sie zunächst einmal ihre Gäste mit „Früher war nix to go“, wobei sie in dieses Programm immer wieder ganz kurz schon ihre überarbeitete Chefin – sie beide regieren jetzt im wöchentlichen Wechsel, ließ Marianne Schätzle wissen – zu Wort kommen ließ. Weit mehr indes plauderte sie munter ohne Punkt und Komma über die Unterschiede zwischen Früher und Heute.

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Mit leicht verzogenen Mundwinkeln und weit ausgreifendem Deuten der ausgestreckten Linken, der typischen Haltung des Wissenden im neuesten Klatsch- und Tratschzirkus, reiht die gebürtige Grießenerin Wortspiel an Wortspiel, Pointe an Pointe, scheut sich nicht vor manch markigem Spruch und begeistert ihre Zuhörer mit althergebrachten Dialektausdrücken. Mit herzerfrischender Offenheit freut sie sich, auf dem Dachsberg zu sein und meint, auch ihre Zuhörer könnten froh sein, dass sie da seien, müssten sie doch dann einmal nicht das Fernsehprogramm ertragen. Besonders ärgerlich, verrät sie, finde sie „Bauer sucht Frau“, wo „Dummheit durch Gewicht mal blödes Gesicht hoch zwei“ in Gestalt eines Landwirts auf Frauen treffe mit einem „IQ wie zehn Meter Feldweg“.

Kritische Untertöne

Locker springt sie von Thema zu Thema, kritische Untertöne fasst sie geschickt in Bonmots und erntet dafür einen um den anderen Lacher. Sie lässt sich über das Altern aus – früher bekam sie Komplimente, heute eher Trost –, und natürlich über die Männer und über die Unterschiede zwischen heutiger Partnersuche und der in ihrer Jugend. Früher habe der Spruch gegolten „En Buckel darf se ha, Hauptsach d‘Äcker sin flach“, heute gelte der Taille-Hüfte-Faktor, bei Frauen 0,7. Um den zu erreichen, meint sie selbstkritisch, müsse sie allerdings als Taillenweite ihren Oberschenkel annehmen – oder die Postleitzahl. Die Heiterkeit im Saal stieg dabei auf ihren Siedepunkt.

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Immer wieder setzt die Kabarettistin an bei der Aussage „früher war alles anders“. Früher stand das Telefon auf dem kalten Korridor, heute entscheiden sich die jungen Leute, vor die Wahl gestellt zwischen Smartphone und Sex. Und schließlich ruft dann doch noch Angela an, ist gerade gelandet und gibt ein paar Statements zum Besten, etwa „ich verspreche nichts, aber das halte ich auch“, oder „ich regiere mit beschränkter Haftung und mit beschränktem Personal“.