Die Frauengemeinschaft Hierbach feierte am Sonntag ihr 40-jähriges Bestehen mit einem festlichen Gottesdienst, den die Frauen weitgehend selbst gestalteten, unter anderem mit einer eigenen Musikgruppe, und dem sich nach einem ersten Umtrunk in der Kirche ein gemütliches Beisammensein im Gasthaus Hirschen in Wolpadingen anschloss. Dort schauten als Überraschungseinlage zwei Engel sich die Vereinsgeschichte von ganz oben an, Birgit Widmer und Angelika Werner vom Diözesanverband (kfd) überbrachten ihre Glückwünsche und auch Bürgermeister Kaiser überreichte ein Geschenk. Bereits im Gottesdienst hatte Kaiser die guten Wünsche der Gemeinde überbracht und betont, die Frauen hätten nicht auf den gesellschaftlichen Wandel gewartet, sondern seien selbst aktiv geworden und hätten damit die Entfaltungsmöglichkeiten der Frauen beträchtlich erweitert. Dabei sprach er vornehmlich die Themenbereiche Begegnung, Erziehung, Mitverantwortung und Zukunftsgestaltung an und schloss mit dem Wunsch: „Machet witter so!“

Pfarrer Jan segnete eine Kerze als Gabe für die Frauen und überreichte jeder eine weiße Rose. Zuvor hatte er den Frauen attestiert, mit Engagement Visionen und Träume geteilt und sich 40 Jahre lang für die Gemeinschaft eingesetzt zu haben.

Er wünsche der Frauengemeinschaft Mut, Kreativität und Stärke für die Zukunft, indes sei nicht ihre Gemeinschaft der wesentlichste Grund dieser Feier, sondern die Anerkennung dessen, dass die Frau die Grundlage von unser aller Leben sei, woran auch die Begegnung der beiden schwangeren Frauen Maria und Elisabeth erinnere, die er als Evangeliumstext gelesen hatte. Die Frau dürfe in ganz eigener, innerer Weise am Geheimnis des Lebens teilhaben. Auch Jesus sei stets entgegen des Zeitgeistes offen und frei mit den Frauen umgegangen, was deutlich mache: Gott geht alle Wege mit. Die Begegnung der beiden schwangeren Frauen symbolisiere zugleich die Offenheit für das, was Gott in uns wirken kann und könne damit zum Symbol für das Bild der Kirche von morgen werden, in der die Menschen sich begegnen und ihre Erfahrungen teilen über das Wirken Gottes in der Welt und das Geheimnis des Lebens.

Als Ausdruck ihrer Lebenswelt hatten die Frauen eine Reihe von Hüten mitgebracht. Der festliche Hut stand als Zeichen für die Gemeinschaft, der alte Hut als Symbol für die wertvolle Lebensweisheit der älteren Generation, der Schutzhelm als Hilfsmittel gegen ungerechte Behandlung. Mit dem Sonnenhut sollte die Sonne ins Herz der Menschen kommen, der Fastnachtshut stand für den Witz und den Charme, mit dem der Narr das Leben meistert, die Mitra für das kirchliche Selbstverständnis der Gruppe und die Pudelmütze schließlich sorgte für Wärme und Geborgenheit in stürmischen Zeiten. Am Schluss präsentierten die Frauen einen Zukunftshut, der etwas von allen vorigen Hüten beinhaltet.

In ihren Fürbitten sprachen sich die Frauen aus für den Geist der Einheit, für ein gleichberechtigtes Miteinander, für Gerechtigkeit und Menschlichkeit.

Birgit Widmer erwähnte in ihrem Grußwort auch die Schwierigkeit, neue Mitglieder zu finden und Vorstandsämter zu besetzen. Leider würden die Frauengemeinschaften heute von Vielen für unzeitgemäß gehalten, dabei sei ihr unbestreitbarer Vorteil, im Spagat zwischen Beruf und Familie eine „spirituelle Steckdose“ zu bieten.