Jung und Alt strömen jährlich am Karfreitag zur Dachsberghalle, um sich am Luftgewehrschießstand des Schützenvereins Wittenschwand ihre Ostereierration zu verdienen. Auch die Vermieter und die Gastronomen aus der Umgebung machen ihre Feriengäste gerne auf diese Veranstaltung aufmerksam, die sich allgemein großer Beliebtheit erfreut.

Schießen kann jedermann, mit Begleitung auch schon ab zwölf Jahren. Zehn Schuss kosten fünf Euro. Wer eine Acht oder eine Neun schießt, erhält dafür jeweils ein Ei, für eine Zehn gibt es jeweils zwei Eier. Der Schießstand öffnet offiziell um 10 Uhr, aber schon um 9.30 Uhr standen die ersten Schützen vor der Halle, erzählt der Vorsitzende des Schützenvereins, Hubert Mutter-Böhler, stolz. In diesem Jahr hat der Verein die Ausgabe der Streifen mit den aufgedruckten Zielscheiben sowie die Eierausgabe und die Bewirtung ins Foyer der Halle verlegt, um am Schießstand selbst Platz zu schaffen.

Der Andrang war wieder gewaltig, um 11 Uhr haben sich bereits mehr als 40 Schützen ihre Zielscheibenstreifen abgeholt und etliche Eier haben schon den Besitzer gewechselt. Zwei Schützen holen gerade ihre Beute ab. Mit je 30 Schuss kassiert jeder mehr als 30 Eier ab. Der eine junge Mann stammt aus Rotzingen. Er kommt schon seit Jahren traditionell zum Ostereierschießen auf den Dachsberg. Sein Kumpel aus Burg ist zum ersten Mal mit dabei, hat sich aber genauso wacker geschlagen. „Ein Schweizer kommt immer und räumt jedes Mal über 100 Eier ab“, erzählt Hubert Mutter-Böhler, damit versorge er dann seine ganzen Enkel und Urenkel mit Ostereiern.

In den vergangenen Jahren war der Ostereierbestand des Schützenvereins immer vor dem offiziellen Ende des Ostereierschießens schon vollkommen leer gefegt. Jedes Jahr wurde die Zahl der Eier vergrößert und jedes Jahr reichte sie aufs Neue nicht aus. Diesmal hat der Verein an die 3000 Eier besorgt. Falls für die Letzten, die sich an diesem Tag zum Schießen entschließen, keine Eier mehr vorhanden sein sollten, "dann bekommen sie zum Trost eben wieder etwas zu Trinken umsonst“, sagt der Vorsitzende des Schützenvereins, Mutter-Böhler. Das habe in der Vergangenheit auch keiner abgeschlagen.