In seiner vierten Hauptversammlung seit der Gründung zog der Verein Bürger für Bürger Dachsberg/Ibach erneut eine überaus positive Bilanz. Mitglieder-, Helfer- und Einsatzzahl zeigten deutlich, dass der Verein eine Versorgungslücke schließe. Derzeit liegt der geprüfte Antrag auf Anerkennung der Nachbarschaftshilfe als Unterstützungsleistung im Alltag in Verbindung mit dem im Jahr 2017 eingeführten Pflegestärkungsgesetz noch beim Landratsamt. Die Anerkennung soll in den nächsten Tagen per Post zugestellt werden.

Mit dieser Anerkennung, so Gabriele Baumann-Rave, haben die Klienten des Vereins die Möglichkeit, die Kosten mit der Pflegekasse abzurechnen, sofern sie in eine Pflegestufe eingestuft sind. Dann steht ihnen ein monatlicher Entlastungsbeitrag zur Verfügung, der auch für Unterstützung verwendet werden kann, wie sie ein Nachbarschaftshilfeverein anbietet. Im Gegenzug muss dieser, um anerkannt zu werden, Nachweise über Fachkompetenz anhand regelmäßiger Schulungen seiner ehrenamtlichen Helfer erbringen.

Schriftführer Oliver Dahm gab einen Überblick über die 2017 geleistete Arbeit. Mit 645 Stunden lagen die Einsätze um 89 Stunden höher als im Vorjahr. Dabei legten die Helfer 4642 Kilometer zurück. Bei 39 Bürostunden wurden 38 Sprechstundenbesuche und 73 Anfragen per Anrufbeantworter registriert. Der Verein hat 169 Mitglieder bei 51 gemeldeten Helfern. Eine junge Frau absolvierte für den Verein einen Babysitterkurs und Gabriele Baumann-Rave bot einen Vortragsabend an, zu dem 30 Besucher kamen.

Im vergangenen Jahr hatte der Nachbarschaftshilfeverein probeweise eingeführt, dass die Helfer den vollen, von Klienten gezahlten Betrag ausgezahlt bekommen. Dies soll bis auf Weiteres beibehalten werden. Möglich ist dies dank der hohen Mitgliederzahl und der durch die Mitgliedsbeiträge abgedeckten Kosten, wie Versicherungsbeiträge für die Helfer im Einsatz.

Bürgermeister Helmut Kaiser sagte, die Zahlen sprächen für sich, weit wichtiger indes seien Idee und Geist hinter den Zahlen, wie sie sich durch das Engagement präsentierten. Die Helfer lebten in hervorragender Weise Mitmenschlichkeit. Auch wenn die Gesellschaft immer moderner werde, so werde sie doch immer älter und es gebe immer mehr einsame Menschen, sodass der Bedarf an Unterstützung im Alltag eher steigen werde.

Am 11. April wird im Sitzungssaal des Rathauses in Dachsberg der ehemalige Sozialdezernent Hoferer einen Vortrag zum Thema Betreuungsrecht und Pflegeversicherung halten. Am 20. und 21. April findet in der Justus-Liebig-Schule in Waldshut die Veranstaltung „Lebensräume – Lebens(t)räume“ mit Referat und Workshops statt zum Themenbereich der Gestaltung von zukunftsfähigen Gemeinschaften.

Im Mai ist im Dachsberger Rathaus eine Fotoausstellung geplant, im September soll es ein Konzert geben. Der Erlös aus beiden Veranstaltungen soll jeweils dem Verein zugute kommen, wie die Organisatoren verlauten ließen.