Die Dachsberger Köhler haben wieder ihren Meiler aufgebaut – zum mittlerweile zwanzigsten Mal. Nun wurde der Kohlenmeiler am Waldsportplatz in Wolpadingen in Glut gesetzt, begleitet vom traditionellen Fest mit angeschlossenem Handwerker- und Brauchtumsmarkt.

Der Musikverein Urberg hatte die Besucher im Festzelt musikalisch begrüßt, Bürgermeister Helmut Kaiser eröffnete das Kohlenmeilerfest, indem er die Musiker ins Freie bat, um beim In-Glut-Setzen des Meilers noch einige weitere Stücke zu spielen. Kaiser erinnerte daran, dass der Wald für die Bevölkerung auf den Höhen des Schwarzwaldes von jeher eine wichtige Einnahmequelle darstellte. Im Zuge des verstärkten Aufkommens von Glasherstellung und Metallbearbeitung sei intensive Hitze vonnöten gewesen, wie sie von der Holzkohle geliefert werde. Da der Transport der Holzkohle wesentlich einfacher gewesen sei als der des Holzes, wurde dies gleich vor Ort verkohlt, wie die zahlreichen noch nachweisbaren alten Köhlerplätze in der Umgebung belegten. Er freue sich, dass eine beachtliche Köhlertruppe mit mehr als 20 Mitgliedern dieses alte Handwerk auf dem Dachsberg mit Begeisterung und Herzblut am Leben erhalte.

Karl Stoll befüllte, unterstützt durch seine Köhlerkameraden, den Kamin des Meilers mit der vorbereiteten Glut, auf die als Mutterkohle ein Sack Holzkohle vom vergangenen Jahr geschüttet wurde. Zuletzt folgten einige Buchenscheite, und sogleich begann der Meiler kräftig vor sich hin zu rauchen. Damit er das auch in den kommenden Tagen tut und das im Meiler aufgeschichtete Buchenholz ganz langsam zu Holzkohle verglüht, wird der Meiler nun rund um die Uhr von den Köhlern bewacht, die den Prozess durch die Regulierung der Luftzufuhr steuern.

Während die Köhlertruppe also nach dem gemeinsamen dreimaligen „Gut Brand“ an die Arbeit ging, machten es sich die Besucher im Zelt gemütlich, hörten dem Konzert des Musikvereins Urberg zu, ließen sich von der Freiwilligen Feuerwehr mit traditionellen Gerichten wie Kutteln, Bibeleskäs und Brägel bewirten, holten sich bei den Wolpadinger Frauen einen Teller Strübli oder gingen gleich zu Kaffee und Kuchen über.

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Im Zelt konnten sie auch den Handwerkern bei ihrer Tätigkeit über die Schulter schauen. Da waren der Seiler, der Bürstenmacher und der Schnapsbrenner, dazu eine Klöpplerin, eine Spinnerin und eine Patchworkerin, und auch Produkte aus der Imkerei durften im Angebot nicht fehlen. Dekorative Holzkunst sowie der Stand der Touristinformation vervollständigten das bunte Bild im Zelt, während im Freien neben einem Selbstvermarkter sowie dem Stand des Kindergartens Sonnenquell bei den übrigen Marktbeschickern der Trend hin zum Kunsthandwerk zu beobachten war.

Da gab es neben Lederwaren und den Produkten aus der Wutöschinger Strickstube allerlei Dekoratives, wobei die Anbieter aus Lauchringen, Waldshut, dem Klettgau, aus Dettighofen und Görwihl angereist waren. Am Nachmittag unterhielten die „Fidelen Dorfmusikanten“ die Festbesucher, und für die Kleinen gab es wie gewohnt im Zelt ein Bastelangebot. Am Mittwoch geht das Programm am Kohlenmeiler weiter mit dem Theaterstück der Theatergruppe Dachsberg, umrahmt von Sommerliedern des Kirchenchors Hierbach-Ibach. Aufgeführt wird ein „Sommernachtstraum“ frei nach Shakespeare. Einlass und Bewirtung ab 18.30 Uhr, Programmbeginn um 20 Uhr.