Völlig überrascht waren die Mitglieder des Chors Moc aus Basel über den Besucherandrang anlässlich ihres kleinen Konzertes als Abschluss ihres Probenwochenendes in der Freien Waldorfschule Dachsberg in Urberg. „moc“ bedeute nichts anderes als „Montagabendchor“, erklärte Tilman Pfäfflin, der seinen Mitsängern seine ehemalige Schule – die er 2004 abschloss und an der er sich sehr wohl gefühlt hatte – sowie deren schöne Umgebung zeigen wollte, und sie deshalb auf den Dachsberg gelockt hatte.

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Der aus rund 15 Mitgliedern bestehende Laienchor hat sich ursprünglich durch Mundpropaganda unter Freunden gebildet. Er trifft sich immer einmal wieder gerne auch zum geselligen Beisammensein einschließlich Singen an einem Wochenende, aber arbeitet nicht gezielt auf Konzerte hin. Er kann allerdings dennoch mit einem erstaunlichem Niveau aufwarten.

Auch Männer singen gern

Alle Chormitglieder sind etwa gleich jung und die Zusammensetzung beweist: Es gibt durchaus auch noch männliche Sangesfreudige. Geleitet wird Moc von Samuel Strub, der außer diesem noch weiteren Ensembles in Basel vorsteht. Er hat die Stimmen seiner Chormitglieder optimal geschult und ausbalanciert. Zudem, so versichert Tilman Pfäfflin, bemühe er sich darum, dass im Prinzip jedes Mitglied in der Lage sei, den Chor zu leiten.

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Entsprechend souverän und sicher sind auch die einzelnen Stimmen, von Laienhaftigkeit gibt es keine Spur. Im Gegenteil singen sie ihre vielstimmigen Lieder aus aller Welt in unterschiedlichen, auf das Stück abgestimmten, mitunter beinahe solistischen Formationen, mal chorisch aufgestellt, mal bunt gemischt, mit teilweise extrem stark differenzierten Stimmführungen, wie etwa in „Es geht ein Wehen“ von Johannes Brahms oder in dem bekannten „Der Mond ist aufgegangen“ in der anspruchsvollen Version von Max Reger.

Feinfühlige Interpretation

Überaus empfindsam und feinfühlig interpretierten sie beispielsweise das Lied „In einem kühlen Grunde“, sodass die Zuhörer, unter ihnen auch etliche kleine Kinder, andächtig lauschten. Auf Schwedisch sangen sie zwei Sommerlieder. Ebenso im Repertoire haben sie ein französisches Nachtlied, englische Stücke aus unterschiedlichen Epochen sowie zwei Schweizer Lieder, eines aus dem Wallis und eines aus der französischsprachigen Schweiz.

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Trotz des anhaltenden Beifalls vertrösteten die Chormitglieder ihre Zuhörer und gaben keine Zugabe im Saal. Sie verwiesen auf den anschließenden Brunch, den sie im benachbarten Schulhaus vorbereitet hatten, und bei dem sie versprachen, in gemütlicher Runde noch weitere Stücke zu singen.