Ohne Geld aus dem Ausgleichsstock geht nichts. Das erfuhren die Mitglieder des Gemeinderates in ihrer Sitzung am Dienstagabend. Planer Claus Baumgartner informierte das Gremium über die aktuellen Straßensanierungsmaßnahmen sowie über deren Fortschreibung im umfangreichen Sanierungsprogramm der Gemeinde. Ohne die Zusage von Zuschüssen können die jeweils im Haushalt eingeplanten Arbeiten am Straßennetz der Gemeinde aber nicht erledigt werden. 

Im Jahr 2020 werden dank Fördermitteln aus dem Ausgleichsstock die Rathausstraße und die Kapellenstraße in Wittenschwand saniert, wobei Abstriche am geplanten Vollausbau gemacht werden müssen, der Dorflinde am Rande des Rathausplatzes aber Platz für zukünftiges Wachstum geschaffen werden soll.
Im Jahr 2020 werden dank Fördermitteln aus dem Ausgleichsstock die Rathausstraße und die Kapellenstraße in Wittenschwand saniert, wobei Abstriche am geplanten Vollausbau gemacht werden müssen, der Dorflinde am Rande des Rathausplatzes aber Platz für zukünftiges Wachstum geschaffen werden soll. | Bild: Karin Steinebrunner

Der Antrag an den Ausgleichsstock beinhaltete 2019 die Komplettsanierung der Rathausstraße sowie die Deckenerneuerung der diese kreuzenden Kapellenstraße in Wittenschwand mit einer Gesamtkostenschätzung von 560.000 Euro. Berücksichtigt wurde allerdings auch für die Rathausstraße lediglich eine Deckensanierung, die Fördersumme betrug 400.000 Euro, wobei eine Eigenbeteiligung von zusätzlichen 75.000 Euro veranschlagt wurde. Die Ausschreibung der Arbeiten wurde beschlossen, die Vergabe soll im März erfolgen, die Ausführung wird in den Schulferien stattfinden, weil in der Kapellenstraße der Schulbus verkehrt. Im Zuge der Sanierung soll der Dorflinde im Kreuzungsbereich beim Rathaus mehr Platz für ihr zukünftiges Wachstum eingeräumt werden. Die Detailplanung hierzu soll in Kürze diskutiert werden. Als positiver Nebeneffekt dabei wird eine bessere Einsicht der Kreuzung von der Rathausstraße in Richtung Ruchenschwand erwartet durch das Vorrücken der Haltelinie.

Viele Straßen müssen saniert werden. Ohne Geld aus dem Ausgleichsstock geht aber nichts.
Viele Straßen müssen saniert werden. Ohne Geld aus dem Ausgleichsstock geht aber nichts. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Zur Fortschreibung der Sanierungsmaßnahmen wird ein Ausgleichsstockantrag für 2020 in Höhe von 350.000 Euro gestellt. Diese Kosten sind eingeplant für die Sanierung der Straßen „Am Kreuzfelsen“ sowie „Am Langen Haus“ in Wittenschwand.

Wittenschwand an oberster Stelle

In der Diskussion im Rat über die jeweilige Höhe der Antragstellung erläuterte Baumgartner, anhand des weitreichenden Maßnahmenkatalogs sei ersichtlich, dass immer der Versuch unternommen werde, geografisch sinnvolle Einheiten zu bilden, was automatisch unterschiedliche Kostenansätze bedinge. So wurde in der vergangenen Periode der südliche Dachsberg favorisiert, aktuell sei nun Wittenschwand in der Dringlichkeit an oberster Stelle. Für den Zeitraum von 2022 und 2023 stehe Happingen auf dem Plan mit dann wieder einer nahezu doppelt so hohen Summe, danach einerseits Urberg, andererseits diverse Gemeindeverbindungsstraßen. Bürgermeister Stephan Bücheler gab zudem zu bedenken, dass dieses Straßenprogramm in absehbarer Zukunft zumindest ein Jahr bei der Antragstellung pausieren müsse aufgrund von notwendigen Investitionen im Bereich der Feuerwehr, die ebenfalls aus dem Ausgleichsstock finanziert werden müssten.

Vergabe von Vermessungsarbeiten

Ebenso beschlossen wurde die Vergabe von Vermessungsarbeiten für das neue Baugebiet an das Büro Retz und Schlachter in Waldshut-Tiengen für rund 23.900 Euro zuzüglich der an das Vermessungsamt anzuführenden Gebühr von 4890 Euro. Auch die Einführung eines Ratsinformationssystems zur Umstellung auf digitalen Sitzungsdienst ab Juli 2020 wurde beschlossen und der Bauantrag für die Überdachung einer Terrasse in Hierholz befürwortet. Am Schluss gab Bürgermeister Bücheler bekannt, dass für die Radtour nach St. Jean bereits 48 Anmeldungen eingegangen seien, was eine logistische Herausforderung bedeute, aber zugleich ein schönes Ergebnis für die Partnerschaft.