Aufgrund der Umstrukturierung des Gemeinderats im Zuge der Kommunalwahlen hatte Dachsbergs Bürgermeister Stephan Bücheler den Geschäftsführer des Biosphärengebiets, Walter Kemkes, in die Sitzung gebeten, um dem Gremium nochmals einen Überblick über die Historie und die aktuelle Entwicklung des Biosphärengebietes als Modellregion für ein ausgewogenes Miteinander von Mensch und Natur zu geben.

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Aktuell gibt es weltweit 700 solcher Gebiete in 120 Ländern, in Deutschland sind 16 Biosphärengebiete von der Unesco anerkannt. Der Schwarzwald repräsentiert dabei die grünlandreiche Waldlandschaft. Neben den 3,3 Prozent Kernzonen und den 29 Prozent Pflegezonen besteht das hiesige Biosphärengebiet zu 68 Prozent aus Entwicklungszonen, die Kemkes als „Spielwiese für Projekte“ charakterisierte.

Vermarktungsstrategien fördern

Zur Erhaltung der Allmendweiden beispielsweise gelte es, Vermarktungsstrategien und den Aufbau rentabler Beweidung zu fördern, wie dies etwa bereits durch die Marketing-Offensive Hinterwälderrind oder das Pilotprojekt „Allmende 2.0“ zum Erhalt von Offenland geschehe. In Bezug auf die Regionalentwicklung könnte man sich vorstellen, Partner zu finden für eine flexiblere Stellenhandhabung, die Nebenerwerbslandwirten zugute kommt. Im Tourismus, so Kemkes, seien als bereits bewährt zu nennen die Landschaftspflegetage, das Natura 2000 Klassenzimmer, Renaturierungen, Insektenschutz, das Auerhuhn-Projekt sowie der Wildnispfad, in den sich auch der FC Freiburg eingeklinkt hat.

Fördermittel stehen zur Verfügung

Die Förderprogramme basieren auf den Landschaftspflegerichtlinien, Antragsabgabefrist ist jeweils der 15. November, die Entscheidung wird im März des Folgejahres getroffen. Zur Verfügung stehen derzeit Fördermittel in Höhe von 200.000 Euro, bei 24 eingereichten Anträgen mit einem Volumen von 770.000 Euro eine relativ kleine Summe, wie aus dem Ratsgremium angemerkt wurde. Weitere Hinweise aus dem Gemeinderat im Anschluss an Kemkes Vortrag betrafen den Wunsch nach stärkerer Berücksichtigung von Familienangeboten sowie des Themas Wald, das nach Kemkes Aussage bewusst zurückgestellt worden sei aufgrund der Neustrukturierung des Forstes.

Rahmenkonzept für die nächsten zehn Jahre

Aufgrund der Komplexität der Antragsformulare wurde der Wunsch nach Hilfestellung durch die Geschäftsstelle wie auch deren Zusage verdeutlicht, und auch die Information über Kombinationsmöglichkeit von Förderungen respektive der Rat, je nach Projekt auf andere Fördermöglichkeiten auszuweichen, kann laut Kemkes bei der Geschäftsstelle eingeholt werden. Den Hinweis, die Effizienz sei derzeit noch relativ wenig wahrnehmbar und das Biosphärengebiet in der Öffentlichkeit wenig kommuniziert, beantwortete Kemkes mit dem Bericht über rechtliche Probleme bei der Aufstellung von Hinweistafeln, die inzwischen aber geklärt seien. Außerdem appellierte er an alle, am Rahmenkonzept für die kommenden zehn Jahre mitzuarbeiten und die bereits bekannten Termine wahrzunehmen.