Erstmals begrüßte bei einem Jahreskonzert des Musikvereins Urberg Martin Muchenberger als Vorsitzender die Zuhörer in der trotz des einsetzenden Schneefalls gut gefüllten Dachsberghalle. Danach übergab er Angela Schlegel und Grete Leyde, den beiden Moderatorinnen des Abends, das Mikrofon. Irene Kaisers ansprechende Präsentation stellte die Titel zudem auf der Großleinwand vor.

Feierlich begann der Musikverein Urberg unter der bewährten Leitung von Dirigentin Elke Stich sein Jahreskonzert mit dem Finale des Festivals Basel Tattoo 2011, „Celtic Crest“ von Christoph Walter. Die Melodie zog sich durch die einzelnen Stimmgruppen, während sich der Satz immer mehr ins Triumphale steigerte. Gleich darauf folgte einer der beiden Soloauftritte des Programms, das lyrische, zart vom Orchester untermalte Solo „Gabriel’s Oboe“ aus dem Film „The Mission“, einschmeichelnd umgesetzt von Nadja Böhler auf der Klarinette.

Jacob de Haans modernes Blasmusikkonzertwerk „Virginia“, das vom gleichnamigen US-Bundesstaat handelt, beginnt sanft, steigert sich aber schnell zu lebhafter Rhythmik und nimmt mit markanten Blecheinwürfen Fahrt auf.

Im dem Abenteuerroman von Jules Verne nachempfundenen „Around the World in 80 Days“ von Otto M. Schwarz klingen diverse exotische Musikstile an. Mit einem kurzen musikalischen Zitat meldete sich die turbulente Lebendigkeit einer Metropole zu Wort, Kino für die Ohren in Reinkultur.

Mit dem Konzertmarsch „Salemonia“ von Kurt Gäble ging es gut gelaunt in die Pause. Der zweite Programmteil schloss sich inhaltlich nahtlos an mit dem „Scherzachtaler Musikantenmarsch“. „Basst scho’“ hieß das zweite Solostück des Abends, auf der Tuba bravourös vorgetragen von Markus Böhler. Vizedirigent Karl-Helmut Haselwander hatte sich für das traditionell von ihm geleitete Stück im Jahreskonzert des Musikvereins Urberg „B wie Böhmisch“ ausgesucht.

„Basst scho'“ war eines der Solostücke des Konzertabends, das Markus Böhler bravourös auf seiner Tuba vortrug.
„Basst scho'“ war eines der Solostücke des Konzertabends, das Markus Böhler bravourös auf seiner Tuba vortrug. | Bild: Karin Steinebrunner

Mit „Storie di Tutti i Giorni“, dem Gewinnertitel des Sanremo-Festivals 1982, hatten die Musiker typisch italienische Alltagsgeschichten in poppiger Aufmachung im Gepäck. Die von Paul Murtha zusammengestellten 80er-Jahre-Hits brachten ein Wiederhören mit „Thriller“ von Michael Jackson, „Time After Time“ von Cyndi Lauper oder „Eye of the Tiger“ von Survivor. Am Ende stand einmal mehr der Auftritt des Gesangsduos Vera Jurisch und Uli Mohs, die „Wind of Change“, die berühmte Rockballade der Scorpions, interpretierten. Vom Publikum wurde das durch das Schwenken bunt leuchtender Stäbchen begleitet.

Aktuell hat der Musikverein Urberg fünf Nachwuchsmusiker in Ausbildung, ihr erstes Jahreskonzert konnte diesmal Klarinettistin Luka Behringer mitspielen. Vor der Pause wurden Hubert Albiez für 50 und Angela Schlegel für 30 aktive Musikerjahre vom Vorsitzenden Martin Muchenberger geehrt. Angela Schlegel trat 1988 in den Verein ein, wurde schon bald Schriftführerin und schied erst im vergangenen Jahr aus der Vorstandsriege aus. Knapp 18 Jahre war sie Jugendleiterin. Sie wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Hubert Albiez war 1968 in den Verein eingetreten. Er spielte zu Beginn Horn, später Klarinette und Saxophon, war sogar der erste Saxophonist des Musikvereins überhaupt und bildete unter anderem auch Angela Schlegel aus. Heute spielt er Posaune. Zudem war Albiez über 20 Jahre im Vorstand aktiv.