Mit „Musik von A bis Z“, wie der Vorsitzende Thomas Vogelbacher das Motto des Abends nachreichte, begeisterte die Trachtenkapelle Dachsberg ihre Zuhörer beim Jahreskonzert in der Dachsberghalle. Dirigent Gerhard Behringer hatte einer eher ernsten ersten Hälfte mit Titeln aus der modernen Blasmusik eine fetzige zweite gegenübergestellt, und auch zwei große Konzertmärsche durften nicht fehlen. Durch das Programm führten Michaela Kaiser und Dorothea Patzak, die erst kürzlich für das Flötenregister neu hinzugewonnen werden konnte.

Die abwechslungsreiche Spannbreite reichte von „A“ wie einem Abba-„Best of“ bis „Z“ wie „Zeichen der Zeit“, einem musikalischen Historiengemälde von Fulpmes im Stubaital. Dazwischen gaben die vier Posaunisten der Trachtenkapelle – Tobias Behringer, Markus Haselwander, Gerhard Kaiser und Christian Rüd – ein flottes Gute-Laune-Solo zum Besten, und mit „Canadian Air Force“ und „Auf Adlers Schwingen“ erklangen zwei schmissige Märsche.

In Michael Geislers Porträt des „Nanga Parbat“ kamen kleinere Soloeinlagen prächtig zur Geltung, nachdem das Werk bereits mit der pfiffigen Kombination von Klarinetten und Hörnern sowie Flöten und Posaunen begonnen hatte. Auch das Abba-Medley wirkte durch die Soloeinlagen von Rudolf Kohlbrenner am E-Bass und Thomas Vogelbacher auf dem eigens für dieses Stück in das Saxophonregister aufgenommene Sopransaxophon ausgesprochen lebendig. Zudem betätigten sich die Musiker darin auch als Backgroundchor.

Bereits zuvor in der „80er KULT(tour)“ mit Hits wie „Skandal im Sperrbezirk“, „Sternenhimmel“ oder „Rock me Amadeus“ hatten einige Instrumentalisten die Stimme als weiteres Instrument eingesetzt. Und in Mario Bürkis „Indian Fire“, einer Lebensbeschreibung nordamerikanischer Indianer, kamen zudem Geräuschkomponenten wie Klappern mit den Klappen oder Klopfen aufs Blech sowie das mittels der Mundstücke der Klarinetten stilecht nachgeahmte Kriegsgeheul der Indianer hinzu.

Hatte Thomas Vogelbacher die Beherrschung auch des Sopransaxophons mit seinem Solo eindrücklich unter Beweis gestellt, so präsentierte er sich wie in jedem Jahr auch als Vizedirigent mit einem Programmpunkt. Diesmal dirigierte er „Movie Milestones“ aus der Feder von Hans Zimmer, wobei er in Titeln aus „König der Löwen“ oder „Fluch der Karibik“ die Trachtenkapelle zur fetzigen Bigband mutieren ließ. Gerhard Behringer konterte frohgelaunt mit „Disney Film Favorites“ und toppte das Vorige noch mit einem temperamentvollen Calypso aus „Arielle“ oder dem jazzigen „Friend Like Me“ aus „Aladdin“.

Die erste der beiden Zugaben, in denen zuletzt auch das Gesangsduo Anna Lehr und Gerhard Kaiser noch zu hören war, die Polka „Mein bester Freund“, widmete das Ensemble der schwer erkrankten Ehefrau von Ehrendirigent Josef Schlegel, deren sonst stets enthusiastische Begleitung bei Konzerten schmerzlich vermisst wurde.