Dachsberg (bin) Das öffentliche Leben in Dachsberg wird von über 20 Vereinen mit kulturellem, sportlichem und sozialem Hintergrund gestaltet und prägt.

War das wirtschaftliche Leben auf dem Dachsberg bis vor einigen Jahren für viele Einwohner noch durch die Landwirtschaft geprägt, 2007 gab es noch acht Haupterwerbsbetriebe und 66 Nebenerwerbslandwirte, so spielt diese heute für immer weniger Menschen noch eine wirtschaftliche Rolle. Zur Erhaltung der Kulturlandschaft ist die Landwirtschaft in Dachsberg allerdings essenziell. Für Arbeitsplätze in der Gemeinde sorgen eine ganze Reihe von Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben.

Im Wesentlichen steht Dachsberg aber für seine prächtige Natur. Die zu entdecken und zu erleben, bewirbt die Ferienwelt Südschwarzwald, die von den Höhen bis zum Rhein aus 15 Gemeinden besteht.

Dachsberg und seine Natur- und Kulturlandschaft sind Teil des Naturparks Südschwarzwald und des Biosphärengebiets Schwarzwald, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die weiten, offenen Hochflächen, die im Wechsel mit Nadel- und Mischwald den besonderen Reiz dieser Region ausmachen, zu erhalten und zu fördern.

Dachsberg ist ideal für Gäste, die dem Urlaubsstress entgehen möchten, die Stille zu schätzen wissen und die Natur lieben. Aber auch als Naherholungsgebiet hat der Dachsberg durchaus seine Reize.

Die Region Dachsberg ist ein wahres Paradies für Wanderer. Neben zahlreichen Rundwegen und Wandertouren laden die Fernwanderwege Alb- und Schluchtensteig und der Themenweg „Bergbauwanderweg“ im Gemeindegebiet zum Erkunden ein.

Zweimal im Jahr kommen die Besucher in Scharen auf den Dachsberg. Zum einen, wenn auf dem Sportplatz in Wolpadingen und in der Gemeindehalle in Wittenschwand das Internationale Dachsbergturnfest (seit 1953) mit großem Nebenprogramm stattfindet, und zum anderen, wenn Brauchtumsköhler beim Sportplatz in Wolpadingen einen original Schwarzwälder Rundmeiler bauen und in Glut setzen, um dann das Holz kontrolliert verkohlen zu lassen. Die Kohlenernte, laut Bürgermeister Stephan Bücheler aus etwa 20 bis 30 Ster Buchenholz, wird dann verkauft.

Ein wahres Kleinod ist das Mineralienmuseum „Gottesehre“ in Urberg, das an den Bergbau in der Region erinnert. Mit der Schließung der Grube „Gottesehre“ im Jahre 1987 wurde der Bergbau, der sich bis ins Jahr 1328 zurückverfolgen lässt, zur Geschichte. Um die Geschichte der Grube, an deren Anfang der Abbau von Silber und Blei, später von Fluss- und Schwerspat stand, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wurde im Untergeschoss des ehemaligen Schulhauses in Urberg das Mineralienmuseum „Gottesehre“ eingerichtet.

Seit dem Jahr 2002 sind hier Mineralien zu sehen, die die Bergleute im Laufe der Jahre unter Tage zusammengetragen hatten.

Ortsteile mit eigenem Flair

Ein Besuch des Mineralienmuseums in Urberg lohnt sich allemal. Die Exponate erinnern an die Zeit, als auf dem Dachsberg noch Bergbau betrieben wurde. Bilder: Gemeinde Dachsberg
Ein Besuch des Mineralienmuseums in Urberg lohnt sich allemal. Die Exponate erinnern an die Zeit, als auf dem Dachsberg noch Bergbau betrieben wurde. Bilder: Gemeinde Dachsberg

Dachsberg (bin) Der Gemeindename „Dachsberg“ entstand in Anlehnung an den früher gebräuchlichen Namen für die gesamte Region „Auf dem Dachsberg“. Einen Ort namens Dachsberg wird man in der Gemeinde Dachsberg-Südschwarzwald vergeblich suchen; der Zussatz „Südschwarzwald“ ist offizieller Teil des Gemeindenamens. Die Namen früheren Gemeinden wurden beibehalten, sie benennen heute die vier Hauptortsteile.

  • Ortsteil Urberg (970 Meter): Der erstmals 1237 urkundlich erwähnt wird, gehören auch die Dörfer und Weiler Schmalenberg, Rüttewies, Oberbildstein, Höll, Schwand und Oberkutterau im Albtal. In Urberg, das als typisches Bergmannsdorf gilt, steht das Mineralienmuseum „Gottesehre“, das davon zeugt, dass die Menschen in Urberg und Wittenschwand lange Zeit vom Bergbau lebten.
  • Zu Wilfingen (752 Meter) gehören die Ortsteile Happingen, Vogelbach und Hierbach. Wegen seiner exponierten Lage am Südhang des Südschwarzwaldes nennen Einheimische den Ortsteil Wilfingen auch gerne mal „das Dachsberger Tessin“.

Auf der Gemarkung Wilfingen liegt mit 543 Meter der tiefste Punkt von Dachsberg, nämlich in der Albschlucht bei der „Teufelsküche“, einem wilden Albstrudel.

  • Zu Wittenschwand (940 Meter) gehören die Ortsteile Ruchenschwand, Horbach, Arnoldsloch und Laithe.

In Wittenschwand befinden sich das Rathaus mit Tourist-Information, die Grundschule, der Kindergarten, die Dachsberg-Halle, die Friedrich-August-Grube mit Themenspielplatz, Startpunkte für ausgedehnte Wintertouren und ein Ausgangspunkt des Bergbau-Wanderweges.

  • Zu Wolpadingen (896 Meter) gehören die Ortsteile Hierholz, Fröhnd, Finsterlingen und Ennersbach.

Erstmals wird „Wolpotingen“ im Jahr 1266. Es war Sitz des Dinggerichtes für einen weiten Umkreis. Der Ortseil Wolpadingen mit dem Waldsportplatz des TuS Dachsberg ist seit beinahe 70 Jahren Austragungsort des Markgräfler Bergturnfestes.

Auf dem Waldsportplatz gibt es seit mehr als fünfzehn Jahren jährlich Ende Juli und Anfang August die „Dachsberger Kohlenmeilertage“.

„Aus heutiger Sicht“, so Bürgermeister Stephan Bücheler, „kann der Zusammenschluss nur positiv bewertet werden. So konnten unter anderem Grundschule und Kindergarten für die frühkindliche Bildung, sowie die Mehrzweckhalle als Begegnungsstätte und Veranstaltungsraum auf dem Gemeindegebiet eingerichtet werden.“

Dachsberglied

Von alters her mein Dachsberg liegt dort oben still und weit

Im Schwarzwald, ganz von Grün umschmiegt

Bleibt er noch lange Zeit.

Wie uns der Schnee des Winters lacht

Der Alpen fernes Bild

Zeigt wild erblühend seine Pracht

Der Sommer, sonnig mild.

Im Haus wie auch in Wald und Feld

Kein Streit das Tagwerk stört

Wo doch ein jeder Bürger hält

Den Nachbarn recht und wert.

Denn wir, aus hagebuchenem Holz

Sind ehrbar bis ins Mark

Die Frauen fleißig, schön und stolz

Die Männer klug und stark.

Die bittere Not, so heißt es noch

War vielen hier Geschick

Heut findet in den Dörfern doch

Sich Wohlstand ein zum Glück.

Ja, manchen, den das Schicksal hieß

In fremdes Land zu gehn

Im Traume wollt’ sein Heimweh süß

Den Dachsberg wieder sehn.

Und wem vor Stadt und Ländern graut,

Wo fremdes Volk sich müht

Hier heimisch er darauf vertraut

Dass Gutes ihm geschieht.

Mein Dachsberg, wer da Böses sagt

Der bleibe fort von dir

Dem aber, der die Treue
wagt

Sei eine Heimat hier!

Conrad Schierenberg

Gelungener Zusammenschluss

Vom Kreuzfelsen aus hat man herrliche Ausblicke auf den Ort und die Alpen.
Vom Kreuzfelsen aus hat man herrliche Ausblicke auf den Ort und die Alpen.

Dachsberg – In den Jahren 1968 bis 1975 wurde in Baden-Württemberg die Gebietsreform durchgeführt, die das Ziel hatte, leistungsfähigere Gemeinden zu schaffen. Das sollte durch größere Verwaltungseinheiten erreicht werden, die nach Ansicht der damaligen Landesregierung aus CDU und SPD effizienter arbeiten würden.

Im Zuge der Reform entstand auch die Gemeinde Dachsberg, am 1. Januar 1971 im Vorgriff auf die Verwaltungsreform in Baden-Württemberg durch den freiwilligen Zusammenschluss der damals selbstständigen Gemeinden Urberg und Wittenschwand im Norden und Wolpadingen und Wilfingen im Süden. Freiwillig verzichteten die damaligen Bürgermeister Willibald Schäuble (Wilfingen), Gustav Herr (Wittenschwand), Alfred Kaiser (Urberg) und Leo Schmid (Wolpadingen) auf ihre Ämter und unterzeichneten am 21. Dezember 1970 den Vertrag zur Gründung der neuen Gemeinde Dachsberg.

Als Amtsverweser bis zur Wahl eines Bürgermeisters wurde seinerzeit Gustav Herr eingesetzt. Als Kandidat für die Bürgermeisterwahl ließ er sich jedoch nicht aufstellen. Der einzige Kandidat, der bei der ersten Wahl angetreten war, hatte keine Zustimmung durch die Wähler erhalten, stattdessen wurde Gustav Herr im ersten Wahlgang ohne Kandidatur zum ersten Bürgermeister der neuen Gemeinde gewählt und in den darauffolgenden Jahren auch zweimal im Amt bestätigt. 1997 wählten die Dachsberger Bürger Helmut Kaiser zum Bürgermeister, der die Geschicke der Gemeinde bis 2019 ebenfalls über drei Perioden lenkte.

  • Erholungsort: Der staatlich anerkannte Erholungsort Dachsberg liegt im Südschwarzwald auf der Westseite des Albtals in 543 bis 1105 Meter Höhe. Die Dachsberglandschaft ist gekennzeichnet durch verschieden große Hochebenen, die terrassenartig gestuft nach Süden hin abfallen. Die meisten Ortsteile liegen auf solchen Hochebenen.