Sturm, Schneebruch, Hochwasser: Die Naturgewalten haben in diesem Winter für erhebliche Schäden in der Wutachschlucht und ihren Nebenschluchten gesorgt. Ein Großteil der Wanderwege in dem Schluchtgebiet konnte bis Ostern zwar begehbar gemacht werden, einige Wege sind aus Sicherheitsgründen aber noch gesperrt, sagt Wutachranger Martin Schwenninger gegenüber der Zeitung.

Aufräumen in der Lotenbachklamm (von links) Lothar Kalinasch und Lukas Metzger (beide ForstBW) sowie Marc Bauer (Stadt Bonndorf). Mit Schlepper und Seilwinde wurden im unteren Teil der Lotenbachklamm die schweren Wurzelteller der umgestürzten Bäume weggezogen.
Aufräumen in der Lotenbachklamm (von links) Lothar Kalinasch und Lukas Metzger (beide ForstBW) sowie Marc Bauer (Stadt Bonndorf). Mit Schlepper und Seilwinde wurden im unteren Teil der Lotenbachklamm die schweren Wurzelteller der umgestürzten Bäume weggezogen. | Bild: Martin Schwenninger

Eigentlich ist es jährlich das Ziel des Schwarzwaldvereins Bonndorf, der sich um die Instandhaltung der Wege in der Wutachschlucht kümmert, diese bis Ostern – dem Beginn der Wandersaison – begehbar zu machen. In diesem Frühjahr war diese Aufgabe aber nicht vollständig zu meistern.

Wie Wutachranger Martin Schwenninger erläuterte, hatten Stürme und Schneemassen in den vergangenen Monaten unzählige Bäume zu Fall gebracht. Diese lagen letztlich auch kreuz und quer über den Wegen. Hinzu kam, dass starke Regenfälle auch Rutschungen ausgelöst hatten, die die Wege ebenfalls unpassierbar gemacht hatten.

Der Ranger kann sich an kein Jahr in der Vergangenheit erinnern, in dem man so viele Schäden in dem beliebten Wandergebiet beseitigen mussten. Auch die Wutachschluchtkenner Friedbert Zapf und Ernst Albert, der seit Jahrzehnten zu den freiwilligen Helfern in der Schlucht gehört, hätten die diesjährige Situation als einmalig bezeichnet, berichtete Martin Schwenninger.

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Dennoch: Die freiwilligen Helfer des Schwarzwaldvereins haben in konzertierten Gemeinschaftsaktionen mit Waldarbeitern aus Bonndorf, Wutach und von Forst BW die gröbsten Schäden beseitigt, sodass der Hauptwanderweg durch die Schlucht von Schattenmühle bis Wutachmühle begangen werden kann. Dabei wurde vor allen Dingen darauf geachtet, Gefahren zu beseitigen, wobei die Helfer selbst auch kritische Situationen nicht scheuten.

Viel Schneebruchholz wurde in der Wutachschlucht aufgearbeitet.
Viel Schneebruchholz wurde in der Wutachschlucht aufgearbeitet. | Bild: Martin Schwenninger

Alle quer liegenden Baumstämme habe man noch nicht aufarbeiten können, erklärte Martin Schwenninger, der Wanderer darauf hinweist, dass kurze Kletterpassagen bei einer Tour durch die Schlucht mit eingeplant werden sollten. In den Bereichen, in denen Erdrutsche die Wege verschüttet haben, seien es nur schmale Pfade, auf denen die Stellen passiert werden können. An den ganz heiklen Stellen haben die Helfer des Schwarzwaldvereins Seilsicherungen angebracht. An den gespannten Drahtseilen finden die Passanten Halt.

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Alles in allem lautet Schwenningers Bilanz: Die Wege sind in keinem sicheren Zustand, sie sind für geübte Wanderer aber begehbar. Dies gelte auch für die Wutachflühen, die Strecke von der Schattenmühle in Richtung Lenzkirch und für die Lotenbachklamm.

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Gesperrt sind aber nach wie vor die Rötenbachschlucht, die Gauchachschlucht und die Engeschlucht. Hier sei es selbst für die geübten Helfer und die professionellen Waldarbeiter zu gefährlich gewesen, umgestürzte Bäume und Erdrutsche zu beseitigen. In diesen Schluchten sei bis Ostern immer noch Schnee gelegen, Wegstrecken waren vereist. Ein Arbeiten unter diesen Bedingungen sei nicht zu verantworten gewesen, sagte Wutachranger Martin Schwenninger.

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Kein Verständnis hat der Ranger dafür, dass Wanderer die Sperrung der Wege zum Teil einfach ignorieren. Bei dem herrlichen Frühlingswetter der vergangenen Tage sei in und um die Wutachschlucht die Hölle losgewesen, so formulierte es Schwenninger. Und obwohl Teilstrecken und beispielsweise die komplette Rötenbachschlucht gesperrt waren, marschierten die „Naturfreunde“ laut dem Ranger einfach weiter. „Absperrungen wurden abgerissen, Schilder geflissentlich ‚übersehen‘, so Martin Schwenninger.

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Der Ranger betonte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass Wegstrecken nicht aus Jux und Tollerei, sondern aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Hier sei durchaus Gefahr im Verzug. Sinnvoll sei es, so Martin Schwenninger weiter, sich vor einer Tour über den Zustand der Wege und gegebenenfalls über Sperrungen zu informieren.

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